Leben

Wer bin ich? – Eine versuchte Antwort anhand meiner Amazon-Bestellungen

Amazon Bestellungen

Letzte Überarbeitung am 19. Mai 2017

Marla fing an, makellosmag machte weiter und auch ich will es tun: Sich durch die eigene Amazon-Bestellhistorie wühlen und die schönsten/witzigsten/merkwürdigsten Bestellungen vor dir ausbreiten.

Der Einfachheit halber (für mich einfach), versehe ich diese Beitrag direkt mit Bildern von Amazon. Solltest du also keine Bilder sehen, dann musst du wohl deinen AdBlocker kurz ausschalten. Außerdem sind dadurch alle ausgehenden Links zu Amazon Affiliate-Links. Nur, damit du bescheid weißt. Einen Nachteil hat es für dich ja nicht.

2009

fing ich an bei Amazon zu bestellen. Also relativ spät. Aber ich wohnte zu dem Zeitpunkt ja auch noch auf dem Land (also so richtig Land!) und hatte nur ISDN zur Verfügung. Da war das Benzin um in die Stadt zu fahren günstiger, als die Internetminuten. Und schneller ging es auch noch 😉 So wurden es insgesamt nur 4 Bestellungen.

Lange habe ich überlegt, was ich studieren will. Das ich studieren wollte, das war mir klar. Ansonsten hätte ich ja kein Abi machen müssen. Aber was, das blieb lange offen. „Irgendwas mit Wirtschaft“ stand lange ernsthaft im Raum. Genau wie Psychologie. Im Endeffekt ist es von beidem ein bisschen geworden und war genau richtig.

„Das Leben ist schön“ ist ein toller Film, über den ich im Geschichts-LK ein Referat gehalten habe. Wahrscheinlich das schlechteste Referat meines Lebens… Irgendwie hatte ich den Termin verwechselt und war null vorbereitet. Immerhin hatte ich den Film gesehen, aber noch kein Konzept oder auch nur ne Idee, was genau ich eigentlich sagen will. Ich war der Meinung, ich hätte noch eine Woche zeit. Aber was mache ich, wenn mir sowas passiert? Ja nichts anmerken lassen! Anstatt also um eine Woche Aufschub zu beten, habe ich mir das Referat in dem Moment ausgedacht, in dem ich es gehalten habe 😀 Keine Glanzleistung, aber für eine drei hat es gereicht.

Und mit „Jahrestage“ habe ich mich ein ganzes Schuljahr beschäftigt. So war auf jeden Fall der Plan: Ein Kurs nur rund um dieses Buch. Geworden ist es dann eine siebte Stunde an einem Donnerstag, in dem wir alles gemacht haben, außer über dieses Buch zu reden. Wir hatten einfach keine Lust den dicken Wälzer den ganzen Tag mit uns rumzuschleppen…

So im Nachhinein frage ich mich schon, warum ich eigentlich so gut durchs Abi gekommen bin?

2010

waren es dann schon 6 Bestellungen.

Anfang des Jahres war ich fest der Überzeugung in Zukunft mindestens einmal die Woche zu Hause Pilates zu machen. Tja, so ganz ist da nichts draus geworden. Aber immerhin besitze und benutze ich die DVD immer noch.

Über Joey habe ich hier ja schon geschrieben. Den Kauf bereue ich auch jetzt noch kein bisschen. Dem Datum nach zu urteilen, war es meine Belohnung fürs bestandene Abi. 😉

Und den vierten Band von Bartimäus hatte ich sicherlich vorbestellt. Denn die Reihe ist einfach klasse. Übrigens das einzige Buch aus dem Jahr, das nicht für die Uni war. Also gekauft. Gelesen habe ich viele mehr, allerdings alle ausgeliehen aus der Bücherei.

Aus jeder Disziplin des Jahres eines. Stellvertretend für die vielen, vielen Fachbücher, die in dem Jahr bei mir einzogen. Grundzüge der Mikroökonomik habe ich ich übrigens ungelesen wieder verkauft nach ein paar Jahren. Im ersten Semester kauft man halt noch die empfohlene Literatur und lernt dann erst später, das es meist auch gut ohne geht. Oder mit anderen Büchern besser.

2011

waren es 23 Artikel in 10 Bestellungen.

Das Weihnachtsgeld investierte ich in meine DVD-Sammlung. Und in das Beispiel dafür, warum es sich als Uni-Professor doppelt lohnt ein Buch zu schreiben: Pflichtlektüre in allen Seminaren. In diesem Fall war es aber wenigstens interessant und wirklich nützlich.

Am 22. August kaufte ich Band 1 bis 3 der Highland-Saga und am 3. September Band 4 bis 6. Da waren anscheinend Semesterferien und ich hatte sehr viel Zeit zu lesen. Schön muss das gewesen sein. Gelesen hatte ich sie 2010 schon einmal alle, aber anscheinend wollte ich sie jetzt auch besitzen. Eine gute Entscheidung.

Ansonsten gab es in dem Jahr noch viele weitere Fachbücher und zum Ende hin Weihnachtsgeschenke für die Familie. Gekauft schon am 14.12. Ich war früh dran.

Erwähnenswert ist dann nur noch der Kühlschrank. Allerdings in silber, nicht in weiß. Aber den scheint es nicht mehr zu geben. Ein hübsches Teil. So riesig und sauber, im Gegensatz zu dem winzigen und leicht verspaakten Teil, das wir vorher hatten. Ich glaube, mit dem Kühlschrank fing ich an Amazon wirklich zu lieben. Einen Kühlschrank kaufen und nichts schleppen zu müssen. Wird bis in die Küche geliefert, ohne Aufpreis. Und die alte Schrottkiste wird auch gleich entsorgt. Was will man mehr?

2012

stiegen die Bestellungen dann auf 66 an! Aber: es sind sehr, sehr, sehr viele kostenlose EBooks dabei. Ich entdeckte die Kindle-App für mein Handy und verfiel am Anfang in den „Haben-Rausch“.

Eine kleine Auswahl der Bücher, die ich bis heute nicht gelesen habe und wahrscheinlich auch nie lesen werde…
So ging das dann eine ganze Weile, nur durchbrochen von einzelnen Fachbüchern, bis es ab August dann die ersten „echten“ Bestellungen des Jahres gab:

Der Campingstuhl sollte eigentlich in einem „echten“ Laden gekauft werden. Allerdings war es Festivalsaison (deswegen brauchte ich ja einen) und weit breit keiner mehr zu bekommen. Aber dank kostenlosem Prime-Versand (ich testete Amazon-Student ein Jahr kostenlos), bin ich dann doch noch mit Stuhl aufs Festival.
Die Backform habe ich für 17€ gekauft. Eigentlich brauchte ich sie nicht. Eigentlich hatte ich keine Idee, was ich damit anfangen will. Aber sie war so stark reduziert, dass ich sie dann doch gekauft habe. Und sie ist super! Schick und praktisch. Ich freue mich jedes Mal wenn ich sie benutze dadrüber, dass ich sie damals gekauft habe, obwohl ich eigentlich nicht wollte.
Das T-Shirt war ein Geschenk für meinen Freund und wird immer noch getragen. Viele gucken verwundert und einige (wenige) lachen und verstehen es.

Ab dem 11.12 gab es dann nur noch Weihnachtsgeschenke für die Familie.

2013

sind es „nur noch“ 55 Bestellungen gewesen. Allerdings immer noch viele kostenlose EBooks und dazu jetzt auch noch kostenlose Apps.

Mein erstes Mal Schuhe kaufen im Internet. Aber ich fand offline einfach keine schlichten schwarzen Pumps unter 7cm Absatz. Zum Glück passten sie.

„Die Sünde der Brüder“ ist eine Erweiterung der Highland-Saga. Ein dortiger Nebencharakter wird hier in den Mittelpunkt gerückt. 2013 war es dann soweit und ich konnte nicht mehr widerstehen. Ich kaufte gleich alle Bücher dieser Nebenserie auf einmal 😀 Aber da sie unter 10 Euro das Stück kosteten, war das Risiko nicht sehr groß. Wie erwartet, gefielen sie mir auch sehr gut.

Außerdem erweiterte ich meine DVD-Sammlung um einige Exemplare, als es Anfang des Jahres mal wieder eine DVD-Rabatt-Aktion gab. Ab und zu ist da ja wirklich mal was dabei. Bei Filmen unter 5 Euro das Stück, kann ich schlecht widerstehen.

Ich fing außerdem an Niederländisch zu lernen, kaufte nach langer, langer Zeit mal wieder eine CD und ein Computerspiel.

Ein Kumpel hatte Geburtstag und wir hatten partout keine Ahnung was schenken. Nicht Lustig geht aber immer 😉
2013 fing mein Freund auch an meinen Account mitzunutzen. Seit dem ist das Bestellvolumen stark angestiegen. Kostenloser Versand verleitet doch dazu, mal eben schnell was zu kaufen.
So auch geschehen bei dem 10er-Pack Textmarker. Ich hatte die Nase einfach voll von halb eingetrockneten aber noch benutzbaren Varianten und habe alle weggeschmissen. Da musste schnell Ersatz her.

Eine Bestellung, mit der ich am Flughafen sicherlich komisch angeschaut worden wäre (mindestens!). Allerdings blieb das Messer zu Hause und wurde verschenkt und nur der Koffer und die Kosmetiktasche kamen mit nach Florida.

Piraten gehen immer! Auch und gerade als Motto für einen 25sten Geburtstag. Dem „Geburtstagskind“ hat es auf jeden Fall gefallen.

Ein Fleischhammer, na gut. Nichts besonderes. Aber warum noch mal, wurde er am 31. Dezember bestellt? Zusammen mit eine Nagelschere für Linkshänder?

2014

Um die 60 Bestellungen scheinen Standard zu sein. 2014 sind es 64 Bestellungen bei Amazon.

Und eine ist langweiliger als die andere. Fast nur Bücher und DVDs und Krams, von dem ich nicht genau weiß, was es eigentlich ist, da mein Freund es bestellt hat.

Zusätzlich dann noch Küchenkrams. Ich wurde anscheinend häuslich letztes Jahr.Aber diese Tartelettförmchen mit Hebeboden sind wirklich super praktisch.

Und den Hanf brauchte ich für irgendein Gericht. Naiv, wie ich nun mal manchmal bin, gab ich einfach bei Google Hanfsamen ein. Und fand dann natürlich alles andere, aber nicht das, was ich eigentlich gesucht habe.

Ein weiterer Beweis meiner Hausfrauen-Anwandlungen. Ich kaufte Weihnachtsdeko. Und als ob das nicht schon merkwürdig genug sei, kaufte ich sie auch noch im November. Am 6.11. Also weit, weit vor Weihnachten. So, wer kann mir das jetzt bitte mal erklären?

Weihnachten scheint mich echt beschäftigt zu haben letztes Jahr. Die Geschenke waren Anfang Dezember auch schon alle gekauft…

2015

Das Jahr ist noch nicht zu Ende, aber es sind schon 43 Bestellungen. Um die 60 werden es wohl auch dieses Jahr wieder werden.

Bis jetzt dominiert nützlicher Alltagskram meine Bestellhistorie.

Während mein Freund ganz eindeutig zeigt, dass Älter werden nur dazu da ist, damit man sich seine Kinderwünsche leisten kann 😀 3kg Süßkram! Und ich habe davon übrigens nicht ein Stück gegessen. Hat er alles zur Arbeit geschleppt.

Das Ende ist wie der Anfang: Ich kaufe Fachbücher!

Und in diesem Fall auch noch radierbare Tintenroller, damit mein Kalender in Zukunft ein bisschen besser lesbar wird.

Wer bin ich laut Amazon?

2009 war ich eine angehende Wirtschaftsstudentin, die Literatur las und anspruchsvolle Filme sah. 2010 trieb ich Sport, wechselte von anspruchsvoll auf reine Unterhaltung und erweiterte das Wirtschaftsstudium um Soziologie und Politik. 2011 offenbarte ich meine Vorliebe für amerikanische Comedy-Serien, studierte weiterhin Politik und las vorwiegend „erotische Fantasy-Historien-Romane“. Außerdem hatte ich Geld für einen neuen Kühlschrank. 2012 fing ich an jedes Buch zu lesen, dass mir der Amazon-Algorithmus als EBook vorschlug (solange es kostenlos war), ging Campen, backte, legte einen Kräutergarten an, war dem Alkohol nicht abgeneigt und trug Männershirts. 2013 trug ich Pumps, las immer noch die Bücher wie 2011 und sah viele ältere Filme. Außerdem spreche ich seit dem Niederländisch, spiele SimCity, fotografiere, koche, verreise (wahrscheinlich Abenteuerurlaube, dem Messer nach zu urteilen), bin Linkshänder und stehe auf Piraten. Oder habe ein Kind, das Piraten mag. 2014 wird dann endgültig deutlich, dass ich viel koche und backe. Auch mit ausgefalleneren Zutaten. Außerdem entwickelte sich ein Nestbaubetrieb, der zu Dekoeinkäufen führte. 2015 wird dieser Trieb stärker und ich mache mein Heim nicht nur hübsch, sondern richte es auch praktisch ein. Außerdem hat mein Kind eine kaputte Hose und bekommt deswegen ganz viele Süßigkeiten. Die Piratendeko war dann also doch für ein Kind. Damit ich als Elternteil (bin ich Mann oder Frau, Shirt und Pumps sind widersprüchlich) auf alles vorbereitet bin, beschäftige ich mich mit psychischen Störungen.

Man weiß ja nie, was kommt. Oder wer ich noch werde in den nächsten Jahren 😉

13 Kommentare

    • Einen extra Account für den Kindle. Eine gute Idee. Falls/Wenn ich mir mal einen zulegen sollte, werde ich daran denken.

      Ich wahr ehrlich gesagt auch erstaunt, wie viel es doch ist. Das ich viel bestelle bei Amazon war mir bewusst, und ich konnte mich auch an jede von mir aufgegebene Bestellung erinnern, aber, dass so durchzusehen war dann irgendwie doch erschreckend/merkwürdig …

  • Das ist sehr interessant zu lesen…vielleicht stöbere ich auch mal in meinen vergangenen Einkäufen 😀
    Aber was Google & co so von mir denken, würde mich auch mal interessieren, denn wie soll ich als Auszubildende Anfang 20, die Single ist und alleine lebt eine Werbung für Schwangerschaftstests verstehen? (noch dazu bei Youtube vor einem Coldmirror-Video…)
    Hat mich auf jeden Fall erstmal zum Schmunzeln gebracht 😀

    Liebe Grüße,
    Charly 🙂

    • Hihi, die Werbung hatte ich eine zeitl ang auch. Sowie viele andere Frauen in unserem Alter. Die haben wohl die Zielgruppe nur sehr, sehr grob eingegrenzt und deswegen sah das jede weibliche Person im gebärfähigen Alter 😉

  • Das ist ziemlich mutig von dir! 😀 Ich glaube, das wäre mir dann doch zu privat. 😉 Aber es ist ziemlich interessant, deine Schwerpunkte in den unterschiedlichen Zeiten zu sehen. 😀

    Liebe Grüße

    Julia von

    • Hallo,
      ach, so privat wie es scheint ist es gar nicht. Ich habe studiert, ich schaue Serien und lese. Außerdem habe ich letztes Weihnachten dekoriert… Da ist jetzt nichts bei, was wirklich privat wäre.
      Sind ja schließlich nicht alle Bestellungen, sondern nur ein Ausschnitt 😉

  • Das ist ja total spannend, diese Art von Posts ist mir ganz neu 🙂
    Die Schlussfolgerungen fand ich besonders lustig … schließlich kauft man bei Amazon häufig Geschenke oder bestellt gemeinsam mit Familienmitgliedern, da wird so eine Luste schonmal interessant 😉
    Bei uns sind es vor allem Druckerpatronen, scheint ja ein trauriges Leben hier zu sein 😀
    Liebe Grüße
    Carolin

  • Ich würde darauf wetten, dass Amazon genau solche Statistiken führt und dadurch auch die Zielgruppe definiert. Für die passende Ansprache in Newslettern etc sind dies sehr wichtige Informationen und bedeuten für Amazon einen echten Wissensvorsprung

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