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Vero – True Social: Eine neue App für Medienblogger?

Vero - True Social ist der neueste App-Trend und will Instagram, Facebook und Co. Konkurrenz machen. Doch was kann die App und wie können vor allem Buch- und Filmblogger sie für sich nutzen?

Vero – True Social ist der neueste App-Trend und will Instagram, Facebook und Co. Konkurrenz machen. Dabei existiert sie schon seit 2015, hat in den letzten Wochen aber noch einmal richtig Aufschwung bekommen. So viel, dass am Wochenende zeitweise gar nichts mehr ging, da die ganzen neuen Anmeldungen einfach zu viel für das System waren. Aber noch ist Vero offiziell in der Beta-Phase und da verzeihe ich gerne ein paar Fehler, solange dran gearbeitet wird.

Ausnahmsweise habe ich diesen Trend mal nicht verschlafen, sondern wurde bei Twitter auf die vielen Vero-Bildchen aufmerksam und guckte mir das Ganze mal in Ruhe an.

Vero - True Social ist der neueste App-Trend und will Instagram, Facebook und Co. Konkurrenz machen. Doch was kann die App und wie können vor allem Buch- und Filmblogger sie für sich nutzen?

Diese Bilder kann man aus Vero heraus überall sonst teilen und so sein Profil bewerben.

Ich war vor dem Ansturm dran, daher funktionierte das Herunterladen und Installieren bei mir noch problemlos und ohne Verzögerung. Die Handhabung kam mir von Anfang an sehr einfach und intuitiv vor. Bisher hat mich nichts irritiert oder geärgert, weil ein Button eine andere Funktion hatte als ich vermutete.

Bei der Installation muss man allerdings seine Telefonnummer angeben, was mich doch etwas irritierte, von Vero aber damit erklärt wird, das die App die echten Freundschaften (True Social) in den Vordergrund stellen möchte. Und die Nummern werden nur genutzt, um diese echten Freunde in der App zu finden. Wenn sich jemand aus dem eigenem Telefonbuch in der App registrierte, bekommt man eine Nachricht und kann sich so mit der Person verbinden.

Verbinden und Folgen

Wenn man jemanden gefunden hat, entweder per Vorschlag aus dem Telefonbuch oder per Suche nach einem Namen, hat man zwei Optionen:

  1. Verbinden
  2. Folgen

Verbinden ist dabei ähnlich wie die Freundschaftsanfrage bei Facebook, man fordert den anderen also dazu auf sich gegenseitig zu folgen. Die positiven Antworten hier werden als Kontakte gezählt. Man kann die Kontake in drei Gruppen einteilen: Bekannte, Freunde und enge Freunde.

Wenn man jemanden nicht näher kennt, aber seine Inhalte interessant findet, kann man der Person auch einfach folgen. Das funktioniert dann wie bei Twitter oder Instagram. Der andere wird benachrichtigt und hat so die Chance zurück zu folgen, wenn er es denn möchte.

Vero - True Social ist der neueste App-Trend und will Instagram, Facebook und Co. Konkurrenz machen. Doch was kann die App und wie können vor allem Buch- und Filmblogger sie für sich nutzen?

Etwas Teilen

Egal, was man teilt, man wird immer gefragt, mit wem genau man es teilen möchte: Nur mit den engen Freunden oder auch den Freunden oder auch den Bekannten oder mit jedem, der einem folgt? Diese Funktion erinnert stark an die Google+-Kreise, wenn die jemanden noch etwas sagen.

Im eigenen Profil findet man unten das Feld „Meine Posts“, bei dem man sich übersichtlich anzeigen lassen kann, was man schon geteilt hat und mit wem. Posts können in 6 Kategorien erstellt werden: Kamera (Fotos machen oder aus der Galerie), Link (toll für Blogbeiträge), Musik, Film/TV, Buch und Ort. Und diese Kategorien finden man dann sowohl in der Sortierung der eigenen Posts wieder, als auch in den Collections. Hier kann man sich ansehen, welche Bücher die Menschen geteilt haben, denen man folgt. Oder welche Musik sie gehört haben.

Das finde ich persönlich sehr praktisch. Gerade, wenn man mehreren Menschen folgt, wird der Hauptstream (jederzeit zu erreichen, in dem man oben links auf Vero klickt) doch schnell unübersichtlich. Man kennt das ja von Facebook und Co. Wenn man aber gezielt nach neuen Buchempfehlungen sucht oder wissen möchte, welche Links geteilt wurden, wird man so schnell fündig.

Jeder Beitrag von anderen, außer den Fotos, kann von einem selbst dabei auch geteilt werden. Wie teilen oder retweeten bei Facebook oder Instagram. Wenn jemand also einen besonders interessanten Blogbeitrag teilt, muss man sich nicht die URL kopieren, man klickt einfach auf die drei Punkte unten rechts beim Posts und kann diesen Link dann so seinen eigenen Followern empfehlen.

Kosten und Finanzierung?

Vero sagt dazu:

 […] we wanted our users to be the customers and not become our product.

That’s why we decided to make Vero an ad-free service and adopt a subscription model.

As a thank you to the early adopters helping us build Vero, the service will be free for life for the first million users. After that, new users will be asked to pay an annual subscription (roughly equivalent to the price of one or two cups of coffee) to help support a platform whose sole objective is to deliver the best social experience for its users. One that is more natural and closer to how we communicate in real life. With no ads. No data mining. No hidden costs. Quelle

Heißt im Klartext: Bis die erste Million Anmeldungen voll ist, ist die App gratis und bleibt es für diese Nutzer auch. Für alle Anmeldungen danach wird eine jährliche Gebühr erhoben, die sich im Preisbereich von 1 oder 2 Becher Kaffee bewegen soll. Das ist zwar keine genaue Angabe, aber immerhin ein Anhaltspunkt.

Die Finanzierung soll dann über eben diese Anmeldegebühr und Affiliate-Links in der App passieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Links dann in Informationen zu den jeweils geteilten Filmen und Büchern stecken werden. Schon jetzt kann man umfangreiche Infos mit Inhaltsangaben, Darstellen, Erscheinungsjahr etc. abrufen, wenn man auf die jeweiligen Cover klickt. Wenn da dann noch ein „Jetzt kaufen/leihen“-Button hinzukommt, stört der kein bisschen, dürfte bei vielen Nutzern aber gut Geld bringen.

Nutzen für Buch-, Film- und Musikblogger

Meiner ersten Einschätzung nach eignet sich die App für jeden Blogger um seine Links zu teilen. Für alle Medienblogger dürfte sie aber noch ein Stück interessanter sein.

Buchblogger beispielsweise rezensieren ja nicht zwangsläufig jedes Buch, das sie gerade lesen. Bei Vero kann man aber zwischendurch einen Status teilen, dass man das Buch gerade liest und wenn es beendet ist eine Kurz-Rezension schreiben. Die Follower können in den Collections dann gezielt nach Büchern suchen und so einen Eindruck bekommen, wie es anderen gefiel. Mit der Zeit entwickelt sich so eine tolle Empfehlungsplattform. Bei Musik und Filmen/Serien funktioniert das sicherlich genau so.

Als Blogger erarbeitet man sich dadurch einen gewissen Ruf und bindet seine Follower noch enger an sich, da sie nicht nur die fertigen Rezensionen, sondern auch Zwischeneindrücke während des Lesens nachvollziehen können. Das geht auf anderen Social Media Plattformen auch (und wird auch schon gemacht), aber durch die Möglichkeit der Collections und der Zusatzinformationen, die von Vero direkt zur Verfügung gestellt werden, ist der Mehrwert hier meines Erachtens noch ein Stück größer. Vor allem ist es übersichtlicher und Inhalte lassen sich schneller wiederfinden.

Mein Fazit

Ein soziales Netzwerk steht und fällt mit seinen Nutzern. Nur, wenn sich dort für einen selbst interessante Menschen finden, hat man auf solchen Plattformen wirklich Spaß. Bisher ist Vero im deutschsprachigen Raum noch sehr klein, aber der momentane Boom könnte der App zur Größe verhelfen.

Ich persönlich sehe sehr viel Potential und bin von der Grundstruktur begeistert. Das einzige was mir momentan fehlt ist die Möglichkeit einen reinen Textpost zu verfassen, daher kann Vero Twitter für mich nicht ersetzen. Instagram und Facebook hingegen sind theoretisch überflüssig, wenn es mehr für mich interessante und mir bekannte Nutzer in Zukunft gibt.

Eine Finanzierung durch Affiliate-Links finde ich sehr gut, solange sie sich gut ins Design eingliedern und nicht zu nervig und aufdringlich platziert werden. Als Nutzer ist das auf jeden Fall angenehmer als Werbung. Und wenn es nie Werbung gibt, ist die Wahrscheinlichkeit auch hoch, dass es nie einen Algorithmus geben wird. Wenn keiner für eine gute Platzierung zahlt, gibt es keinen Grund den chronologischen Hauptstream zu ändern. Allein das ist für mich ein Grund Vero weiter zu nutzen und zu hoffen, dass es sich auf dem deutschen Markt durchsetzt und viele Nutzer findet.

Weitere Meinungen von Bloggern findest du bei Miutiful, HydrogenperoxidThe Fashionable und Chamy.

Vero - True Social ist der neueste App-Trend und will Instagram, Facebook und Co. Konkurrenz machen. Doch was kann die App und wie können vor allem Buch- und Filmblogger sie für sich nutzen?

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Bist du auch schon auf Vero aufmerksam geworden? Folge mir gerne, ich bin (wie überall) als LexasLeben zu finden.

Erhältlich ist die App für Apple und Android.

15 Kommentare

  • ich hab mir am Wochenende auch mal die App installiert, aber bisher noch nicht so sehr damit was gemacht. Irgendwie verstehe ich die noch nicht so ganz. Fänd es ganz gut, wenn es auch eine Internetseite gäbe, sodass man nicht nur übers Handy seinen Account pflegen kann. Außerdem meckert die App bei mir manchmal, dass angeblich keine Internetverbindung vorhanden wäre und als ich eben nach dir gesucht habe, hat sie gesucht und gesucht – und nicht aufgehört. Keine Ahnung…

    • Momentan sind deren Kapazitäten voll komplett überlastet. Bei mir hängt sie gerade auch extrem und nichts geht. Aber das ist nur eine Frage der Zeit, bis sie es in den Griff bekommen. Noch ist es ja eine Beta, da rechnet man mit solchen Problemen. Also ich zumindest.

      Eine Internetseite fände ich auch gut. Das hat mich auch bei Instagram immer gestört, als man das nur von Handy aus bedienen konnte. Ich habe aber tatsächlich jetzt erst dran gedacht, wo du es schriebst. Bei der Nutzung selbst hat es mich bisher nicht gestört.

      LG Lexa

      • Instagram hat ja seit einiger Zeit zum Glück eine Seite und wenn man den Browser auf Entwicklermodus stellt, kann man da auch was hochladen.

        Hab Vero eben noch mal neuinstalliert und dann konnte ich es wieder einigermaßen nutzen.

  • Liebe Lexa,
    danke für den Bericht – bin echt noch am Überlegen, ob ich mich anmelden soll. Ist so schon ziemlich viel, aber man will ja auch keinen Trend verschlafen ;)
    Danke für den Beitrag. Ich werde es mir mal näher anschauen…
    Liebe Grüße
    Ines

    • Ausprobieren kann man es ja mal. Und wenn es einem nicht zusagt deinstalliert man die App halt wieder. Das war auch mein Gedanke. Aber wie geschrieben: Ich finde das Grundkonzept sehr ansprechend.
      LG Lexa

  • Ich bin seit ca. einer auch bei Vero und bin von den Möglichkeiten begeistert.
    Leider habe ich noch nicht so viele Follower, aber das wird mit der Zeit bestimmt besser.
    LG Sabienes

    • Moin Sabienes,
      ja, das wird sicherlich mehr. Wir stehen ja alle noch am Anfang und man muss selbst ja auch erst die Leute finden, denen man folgen will.
      LG Lexa

  • Keinen Trend verschlafen….
    Das scheint das einzige Problem vieler Nutzer sozialer Netzwerke zu sein.
    Die Sucht nach immer Neuem.
    Dabei sind diese sozialen Netzwerke inzwischen nichts anderes als Tummelplätze für endloses Interesse heucheln und Aufmerksamkeit erheischen.
    Nichts anderes als Marketingplätze für Produkte die oft keiner braucht.

    Freunde, das dürfte jedem klar sein, schaft man nicht mit einem Mausklick.

    • Moin Mika,
      nicht mir einem Mausklick, aber mit vielen und einigem Getippe kann man durch soziale Netzwerke und das Internet allgemein schon Freunde finden. ;) Aber das war/ist ja nicht das Thema. Vero ist für mich einfach eine interessante Alternative zu FB und IG um mich mit den Menschen zu verbinden, die ich schon kenne. Und vielleicht gesellen sich noch weitere interessante Exemplare dazu und bereichern so mein Leben.
      Interesse heucheln muss man da nicht, wenn man nur Menschen folgt, die einen wirklich interessieren. Alles eine Frage der Nutzung ;)
      LG Lexa

      • Paradox. Wozu sollte man sich mit Menschen, dir man schon von anderen genau so funktionierenden Plattformen kennt auf einer weiteren Plattform verbinden?
        Gehst du etwa in drei oder vier verschiedene Gyms und animierst deine Freunde dazu, auch dort hin zu gehen? Wo liegt der Sin einer solchen Aktion? Es ist die schreckliche Angst, etwas zu verpassen …
        Bei VERO setzt man eiskalt auf den FOMO-Effekt (Fear of missing out). Also die Angst vieler Menschen, etwas zu verpassen, weil die Plattform plötzlich kostenpflichtig werden könnte. Dass der Millionär und VERO Chef gezielt auf diesen Effekt setzt zeigt die Tatsache, dass jetzt plötzlich auch über die Million hinaus bis zum nächsten Statement die Anmeldung kostenlos ist.

        VERO ist ein unübersichtliches Konglomerat von Istagram und Facebook.
        Die Bildchen sind kaum größer als meine Briefmarkensammlung …
        Es gibt kein PC Interface…
        Und VERO wird wie alle anderen Plattformen im Internet nicht aus purer Menschenfreundlichkeit betrieben… :D

        • Da haben wir ein ganz anderes Empfinden. Ich finde Vero sehr übersichtlich und praktischer als IG und FB. Die Möglichkeit Bücher und Filme zu teilen gibt es da so nicht. Für mich kann es eine Alternative werden, keine Ergänzung. Das heißt, dass ich die anderen Accounts löschen kann und dann nur noch einen habe.
          Angst etwas zu verpassen habe ich da nicht. Ansonsten hätte ich auch Snapchat und Co. in den letzten Jahren getestet. Aber da hat mich nichts dran gereizt. Hier werden mir Funktionen geboten, die es sonst so nicht gibt. Für mich ein Pluspunkt.

          • Du wirst im Zweifel NIE die anderen Acc löschen, wenn du nicht mindestens alle deine wichtigen Konsumenten, Feedbackproduzente und Klickvervielfältiger zu Vero überredet hast. Wozu muss eigentlich Gott und die Welt wissen, welchen Film ich gut finde und welche Musik ich höre, was ich gerade esse etc.?
            Natürlich kann man auch bei Instagram Bücher, Filme und Musik vorstellen.
            Ich höre zum Beispiel gerade Edgar Broughtons Hotel Room. Uralt.
            https//www.youtube.com/watch?v=PEfXCRMl44A
            Bei Vero habe ich den Titel nicht gefunden … *lach*

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