Buch Gedanke

Meine Gedanken zu Teil 1 von „Peace Food“

peace food

Letzte Überarbeitung am 10. November 2016

 Auch wenn mein Fazit zu Peace Food* von Ruediger Dahlke ja nun wirklich nicht toll war (hier nachzulesen), muss ich zugeben, dass es wirklich sehr informativ ist und klar gegliedert.

Deswegen nutze ich es um euch meine Gedanken während des Lesens zu erzählen. An jedem Kapitelende wird ein kleines Fazit gezogen und ein paar von denen werde ich hier (gekennzeichnet als Block-Zitat und mit Seitenangabe) zitieren und dann kommentieren.

Ich will vorweg nur einmal betonen, dass Meinungen sich ändern und das was ich jetzt schreibe, ist meine derzeitige Meinung. Also haltet mir in 2 Monaten oder auch 2 Jahren nicht vor, was ich heute hier schreibe, wenn ich dann eine andere Meinung vertreten sollte.

Die wissenschaftliche Beweislast gegen Tierprodukte im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist erdrückend. Mit veganer Ernährung lassen sich Bluthochdruck und Herzprobleme selbst dann noch bessern und oft sogar heilen, wenn sie bereits fortgeschritten sind. So weit bräuchten wir es aber gar nicht kommen lassen, denn sie ließen sich mit der entsprechenden Ernährung schon im Vorfeld verhindern – die obendrein ein genussvolleres Leben ermöglicht.
Auf der seelischen Ebene gilt es, Herzensangelegenheiten Raum zu geben und ihnen zu folgen.
Auch regelmäßiges Sonnenbaden und Mittagsschlaf reduzieren das Risiko von Herz-Erkrankungen erheblich. Entscheidend ist das Miteinander aller beteiligten Faktoren, von pflanzlicher Ernährung bis zur Berücksichtigung der Seele.
“ (Seite 29)

Mal abgesehen davon, dass ich in meinem Soziologie Studium gelernt habe, dass man jede Statistik und jede wissenschaftliche Untersuchung immer von mehreren Seiten betrachten kann und es nur auf die richtige Interpretation ankommt, also man eigentlich keiner Interpretation trauen sollte, außer man hat die reinen Daten vor sich liegen und weiß genau, wie diese erhoben wurden… also abgesehen davon glaube ich ja gerne, dass eine vegane Ernährungsweise gesünder ist. Ob aber die rein vegane Ernährung der einzige Weg ist um die allseits bekannten Volkskrankheiten zu vermeiden, das bezweifel ich. Eine ausgewogene Ernährung inklusive Fleisch und inklusive Milchprodukte ist sicherlich auch nicht verkehrt. Natürlich kommt es immer auf die Menge an und es kann gut sein, dass die heutigen Empfehlungen für tierisches Protein in der Ernährung zu hoch angesetzt sind. Aber das so ganz ohne so viel gesünder sein soll als mit? Das fällt mir schwer zu glauben. Kann aber auch einfach an meiner Sozialisation liegen.
Und welches Leben genussvoller ist liegt immer im Auge des Betrachters. Ein Frühstücksei zu essen, wenn man im Garten sitzt und den frei herum laufenden Hühnern beim Scharen zusehen kann, kann sehr genussvoll sein. Ein Hühnerei zu essen und dabei an Massentierhaltung zu denken sicherlich nicht.
Ich denke, dass muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er heutzutage noch Genuss beim Verzehr von Tieren und tierischen Produkten empfinden kann, wenn er weiß, wie die Mehrzahl der Tiere für diese Produkte leben (nämlich unter erbärmlichen Bedingungen!). Aber ich bin mir sicher, dass man den Genuss deutlich steigern könnte, wenn man allgemein für bessere Bedingungen in der Tierhaltung sorgen würde. Das kann aber nur passieren, wenn jeder seinen Konsum senkt und bewusst einkauft. Aber das geht grade eigentlich schon zu weit, da komme ich später nochmal drauf zurück…
Sonnenbaden ist wichtig wegen dem dabei produzierten Vitamin D. Sollte man natürlich drauf achten, dass man es nicht übertreibt. Und in Deutschland ist das sowieso schwierig im Winter, wir sind ja nicht alle Herr Dahlke und wohnen im Winter da, wo die Sonne scheint (ich habe grade vergessen, wo er seinen Winter verbringt). Auch der Mittagsschlaf ist wahrscheinlich nur den wenigsten von uns vergönnt. Studenten können sich das vielleicht an manchen Tagen erlauben und Rentner auch. Aber schon als Schüler wird das normalerweise nichts und als berufstätige Person sowieso nicht.

„Fleisch, Fisch, Milch, Eier und Fett lassen das Cholesterin steigen, womit auch die Gefahr nahezu aller Zivilisationkrankheiten wächst. Durch den Verzehr von pflanzlichem Protein kann man den Cholesterinspiegel effizienter senken als durch das Vermeiden von Nahrungsmitteln mit hohen Fett- und Cholesterinwerten. Pflanzliche Ernährung ist der gesündeste Weg zu natürlich niedrigen Cholesterinwerten, und diese stehen für ein längeres, besseres Leben.“ (Seite 32)

Rein von der Aussage ist das alles (soweit die Medizin da zur Zeit Erkenntnisse hat) richtig. Aber ich habe trotzdem etwas zu meckern: Keine Unterscheidung von guten und schlechten Cholesterin und auch keine Erwähnung, dass auch als Veganer der schlechte Cholesterin Anteil im Essen viel zu hoch sein kann, wenn man nämlich zu viele Transfette durch gehärtete pflanzliche Fette zu sich nimmt. Und durch pflanzliche Ernährung vermeidet man größtenteils automatisch die Lebensmittel mit einem hohen Fett- und Cholesteringehalt. Nur aus einem anderen Grund. Aber eine Formulierungsweise, die den eigenen Standpunkt verstärkt, kann man niemanden vorwerfen, oder?

Milchprodukte sind insgesamt als krebsfördernd abzulehnen. In ganz besonderer Weise fördern sie Prostatakrebs. Mit zunehmenden Lebensalter werden sie immer gefährlicher. Zu Beginn des Lebens bis zur Adoleszenz empfiehlt sich sinnvollerweise eine relativ eiweißreiche Kost, wobei im Laufe des Lebens Kohlenhydrate mehr in den Vordergrund treten sollten. Kinder können also unbedenklicher Milchprodukte zu sich nehmen als Erwachsene – Krebs ist auch ein geringeres Problem in dieser Zeit -, doch wenn sie ausgewachsen sind, wird das gefährlich. Insofern sollten Kinder diesbezüglich essen dürfen, was sie wollen, wobei Eltern darauf genauso Einfluss nehmen dürfen wie die Werbung. Alternativen zu tierischer Milch sind Reis-, Hanf-, Mandel- und -bedingt- Sojamilch.“ (Seite 44f.)

Die Argumentation warum Milch krebsfördernd ist, kann ich nachvollziehen und leuchtet mir auch ganz logisch ein. Milch ist dazu da einen Säugling möglichst schnell und kräftig aufwachsen zu lassen. Es sind Wachstumshormone in der Milch und Krebs ist ja nichts anderes als ein abnormales Zellwachstum. Also soweit ich das weiß. Warum Milch dann aber ausgerechnet für Kinder weniger gefährlich sein soll, ist mir schleierhaft. Wenn der Körper noch wächst ist der Ganze Organismus doch noch viel formbarer und beeinflussbarer als bei einem ausgewachsenen Menschen. Müsste Milch dann nicht in der Phase des Wachstums auch den größten Schaden anrichten? Weil ein übermäßiges und zu schnelles Wachstum angeregt wird, dass so für den Menschen durch die menschliche Muttermilch nicht angeregt wird? Spätfolgen werden hier einfach mal nicht von ihm beachtet, weil es ihn nicht mehr interessiert?
Und wie ist das mit Milchprodukten wie Käse und Joghurt? Das sind ja weiterverarbeitete Produkte. Ist die Hormonzusammensetzung da vielleicht eine ganz Andere? Hat das mal jemand untersucht? Ich habe dazu auf jeden Fall nichts gefunden. Würde mich mal interessieren. Brennend.
Sehr gut finde ich hier allerdings, dass er sagt „Alternativen sind“ und nicht „Ersatzprodukte“. An dem Wort Ersatzprodukte störe ich mich bis jetzt in allen Büchern und Artikeln. Das hat so einen negativen Beigeschmack. Wenn man von alternativen Produkten spricht, erweitert das den Kreis der möglichen Lebensmittel und grenzt ihn nicht ein. Ich teste gerade Hafermilch in meinem Müsli und das schmeckt sehr lecker. Für mich eine echte Alternative zu Kuhmilch.
Sojamilch übrigens bedingt, wegen dem dort enthaltenem Östrogen.

Tierprodukte – besonders Milch – fördern Osteoporose. Das Gleicht gilt für Übersäuerung, die wiederum insbesondere durch Tierprodukte sowie durch Süßigkeiten entsteht. Daher ist es wichtig, sich vor allem mit vollwertigen pflanzlichen Kohlenhydraten, viel grünem Blattgemüse und von Bohnen zu ernähren, die besonders kalziumreich sind. In Bewegung zu bleiben – körperlich und geistig – ist ebenso empfehlenswert, um einer Übersäuerung entgegenzuwirken, am besten natürlich bei Aktivitäten, die in die zweite Lebenshälftw passen.68“ (Seite 99)

Übersäuerung bekämpft der Körper mit Kalzium. Angeblich verliert man durch das Milchtrinken mehr Kalzium, als man dadurch aufnimmt. Das widerspricht aber allen Ernährungsempfehlungen, die es so von staatlicher Seite gibt. Nicht ohne Grund, wird Milch so hoch subventioniert. Grundnahrungsmittel für alle. Wenn das also wirklich stimmt und der Staat das weiß, dann beweist das, dass die Industrie einen so starken Einfluss hat, dass der Gewinn über das Wohlergehen der Bürger gestellt wird.
Oh, wie viele schöne Verschwörunsgtheorien sich dadurch ableiten ließen…
Was man jetzt glaubt, muss jeder selber entscheiden. Ich nehme dazu jetzt mal keine Stellung (öffentlich) 😉
Die 68 am Ende verweist übrigens auf den Anhang und dadrunter ist eine Empfehlung für zwei seiner Bücher zu finden…

Wie haben die Wahl zwischen toter – das heißt raffinierter oder tierischer – und lebendiger Nahrung. Die negativen Auswirkungen von Tierprodukten sind ebenso umfassend wie grausam. Mit vollwertigen, biologisch-ökologisch angebauten Pflanzen entscheiden wir uns für angenehme Schwingungen und für echte Lebens-Mittel.“ (Seite 127)

Pflanzen sind auch tot, wenn sie gekocht sind. Also doch nur noch rohes Essen? Nein, das ist jetzt Haarspalterei. Es ist ja klar, was er meint.
Übrigens rutscht er in dem Kapitel gehörig auf die Esoterik-Schiene. Mit jedem Bissen Fleisch nehmen wir die Todesqualen des Tieres in uns auf und mit jedem Schluck Milch die Seelenqualen der Kuh. Kann man glauben oder es lassen. Ist jeden selbst überlassen.
Fakt ist: Ursprünglich hat man Schweine mal so geschlachtet, dass sie es vorher nach Möglichkeit nicht merkten (so schnell und schmerzlos wie möglich) und außerdem so weit weg von den noch lebenden Artgenossen, dass die es nicht mitkriegten. Denn das Fleisch eines Schweines das in Panik war vor seinem Tod galt als verdorben.
Heutzutage stehen Tiere in der Schlange und sehen dabei zu, hören und riechen wie ihre Artgenossen vor ihnen getötet werden und wissen wahrscheinlich, dass es ihnen gleich auch so ergehen wird. Massenschlachthöfen sei dank. Von dem Transport dahin, will ich mal nicht reden.
Wenn man jetzt mal nicht von Schwingungen, sondern von Hormonen redet, ist der Körper im Moment des Todes mit Stresshormonen vollgepumpt. Ob und wie die sich allerdings im Fleisch halten und dann auf den Menschen beim Verzehr übergehen, das sollen bitten Forscher nachweisen. Das kann ich nicht beurteilen. Vorstellen kann ich es mir allerdings schon.

Das war es jetzt mit meiner Meinung zu Teil 1. Teil 2 und 3 folgt später irgendwann.

9 Kommentare

  • Zu den „Verschwörungstheorien“ fällt mir doch direkt Skinny Bitch ein. Laut dem Buch ist das ja wirklich so -zumindest in den USA- das die Milchindustrie einen rieeeesigen Einfluss auf die Ministerien hat. Grundsätzlich kann ich zum Milch- und Fleischkonsum sagen, dass ich kein schlechtes Gewissen habe, diese Produkte zu verzehren, wenn ich weiß woher sie kommen. Da meine Eltern ja praktischerweise einen Bauernhof haben, weiß ich ja wie die Kühe leben von denen die Milch kommt, die ich ab und an trinke. Das selbe gilt, wenn ein Tier von uns geschlachtet wird. Und meiner Meinung nach haben die kein schlechtes Leben, aber ich bin ja auch keine Kuh 😀 Ein schlechtes Gewissen hab ich allerdings, wenn ich zum Beispiel Hähnchenfleisch vom Aldi esse. Ich mein, dass das so mega günstig ist, kommt ja nicht von ungefähr. Jetzt mal abgesehen von den „gesundheitlichen Risiken“ stimme ich dir da vollkommen zu, dass man drauf achten soll, wo die Produkte herkommen. Das war jetzt vielleicht alles ein wenig wirr, aber ich musste mal meine Gedanken dazu aufschreiben.

    • Fand ich gar nicht wirr. Und kann deine Gedanken gut verstehen. Und dein Fall ist dann ja wirklich ideal, wenn du genau weißt, was du da trinkst und isst.

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