Rezension

Rochus Hahn – Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten

Rochus Hahn Kunst Elch-Urin frisch halten

Bei Amazon ansehen*

Autor: Rochus Hahn

445 Seiten Taschenbuch

erschienen August 2016

Preis: 9,99€*

Goldmann Verlag

 

 

Buchrücken

Tim und Bullwinkel haben einfach kein Glück bei Frauen – und sie hatten noch niemals Sex. Auf einer Party begegnen sie zwei Stewardessen, die sich für exotische Drogen interessieren. Und für Männer, die den Stoff anbieten. Die beste Droge der Welt, so finden die Jungmänner heraus, ist Urin von einem Elch, der psychogene Pilze gefressen hat. In der Hoffnung, mittels dieses Zaubersaftes endlich zum ersehnten Sex zu kommen, fliegen Tim und Bullwinkel nach Finnland, um auf eine Elchjagd der besonderen Art zu gehen. Aber wie so vieles im Leben der beiden verläuft nichts wie geplant …

Meine Meinung

Als ich die Kurzbeschreibung und den Titel las, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch lesen möchte. Es klang nach einer witzigen und abstrusen Road-Story und viel Spaß beim Lesen.

Ich mag abstruse Geschichten, denn sie regen so richtig die Fantasie an.

Das Titelbild schürte dann die Lust auf das Buch. Wer auch immer es entworfen hat, hat seine Arbeit wirklich gut gemacht. Einprägsam und schlicht. Genau mein Geschmack. Der Titel spricht schon für sich. Auf jeden Fall ein Buch, dass mich in der Buchhandlung ansprechen würde…

Tja, dann fing ich (leider) an zu lesen. Ich fass es mal ganz kurz zusammen: Nicht mein Humor!

Ich möchte das Buch nicht schlecht machen, denn ich glaube, dass es vielen Menschen wirklich sehr gut gefallen wird und sie sich beim Lesen ausschütten werden vor lachen… aber ich nicht. Es war einfach nicht witzig. An keiner Stelle.

Es war peinlich, erschreckend, absurd (aber nicht auf die gute Weise) und noch so viele ungute Gefühle mehr. Das ganze Buch bewegt sich auf der „American Pie“, oder noch schlimmer aus dem deutschen Fernsehen: „Alles Atze“ und „Hausmeister Krause“, Humorbasis. So gar nicht meins. Darüber kann ich einfach nicht lachen.

Die Idee ist super. Nur leider bleibt die Geschichte so vollkommen beim Sex hängen. Zwei 25-jährige Jungfrauen, die wirklich alles für Sex tun würden, außer direkt dafür zu zahlen. Stattdessen reisen sie lieber nach Finnland. Aber auch da dreht sich jedes Gespräch nur um Sex. Selbst wenn versucht wird die beiden etwas sympatischer zu machen und sie sich gegenseitig erzählen, dass sie ja eigentlich die große Liebe suchen, macht spätestens der übernächste Satz jedes positive Gefühl wieder zu nichte.

Nein, ich wurde wirklich nicht warm mit diesem Buch. Selbst das Happy End für die beiden Hauptcharaktere freut mich nicht. Dafür wird insgesamt mit zu vielen Flachwitzen um sich geworfen. Und Bullwinkel hat gleich beim ersten Auftauchen alle Sympathiepunkte schon verloren. Fremden Frauen so an den Hintern fassen, dass sie es nicht merken um dann zu masturbieren ist in meinen Augen nun mal kein unschuldiges Spiel sondern sexuelle Belästigung. Nicht die Art der Berührung, sondern die Absicht dahinter ist hier ausschlaggebend. Tim hingegen ist da etwas unschuldiger, aber trotzdem noch sehr nervig, unreif und so pseudo-intellektuell, dass ich ihn am liebsten zwischendurch mal ordentlich durchgeschüttelt hätte.

Empfehlen kann ich dir die Lektüre nur, wenn du Atze Schröder als Comedy-Gott verehrst und nicht wie ich als nervige Lachnummer empfindest. Versteh mich nicht falsch, das verurteil ich nicht. Humor ist ja zum Glück verschieden. Aber meine Art von Humor ist dann doch eine ganz andere.

2 Kommentare

  • Als ich die Kurzbeschreibung gelesen habe, war mein erster Gedanke „Oh Gott, wer will denn sowas lesen?!“ und deine Rezension zeichnet ein relativ klares Bild von meinem eher formlosen Gedanken. Allerdings finde ich Hausmeister Krause und Atze Schröder noch vergleichsweise harmlos (oder ich war früher einfach anders drauf), wenn ich mir so die Formate von RTL&Co angucke, die sich viele Leute reinziehen, um sich zu amüsieren.

    Deine Rezension finde ich auch nicht in dem Sinne vernichtend, es wird zwar deutlich, dass dir das Buch nicht gefällt, aber dennoch bleibst du (irgendwie) fair – du vergleichst es ja immerhin nicht mit Mario Barth 😉

    Liebe Grüße,
    Charly 🙂

    • Vielleicht lasse ich mich von Beschreibungen zu schnell begeistern. Wenn ich so denken würde wie du, gäbe es die Rezension nicht. 😉

      Klar, die sind noch „harmlos“, weil eindeutig frei erfunden. Aber ich finde, deswegen kann man es auch nicht mit den „Reality“-Shows von heute vergleichen. Finde ich zumindest. Diese ganzen Schein-Dokumentationen sind ein ganz anderes Kaliber als „Comedy“ und als dieses Buch.

      Schön, dass du meine Rezension als fair empfindest. Das wollte ich auch. Schließlich hat der Autor und das ganze Verlagsteam hier sicherlich viel Arbeit reingesteckt und nur, weil es nicht meinen Humor trifft, ist es ja nicht allumfassend schlecht. Die Amazon-Rezensionen beweisen, dass einige dieses Buch lieben.

      LG Lexa

Schreibe einen Kommentar