Rezension

Rebecca Solnit – Wenn Männer mir die Welt erklären

Rebecca Solnit Wenn Männer mir die Welt erklären
[Rezensionsexemplar]

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Autorin: Rebecca Solnit

erschienen: Januar 2017

164 Seiten

btb Verlag

Preis: 9,99€*

7 Essays von 2008 bis 2014

Buchrücken

Ein Mann, der mit seinem Wissen prahlt, in der Annahme, dass seine Gesprächspartnerin ohnehin keine Ahnung hat – jede Frau hat diese Situation schon einmal erlebt. Rebecca Solnit untersucht die Mechanismen von Sexismus. Sie deckt Missstände auf, die meist gar nicht als solche erkannt werden, weil Übergriffe auf Frauen akzeptiert sind, als normal gelten. Sie schreibt über die Kernfamilie als Institution genauso wie über Gewalt gegen Frauen, französische Sex-Skandale, Virginia Woolf oder postkoloniale Machtverhältnisse. Leidenschaftlich, präzise und mit einem radikal neuen Blick zeigt Rebecca Solnit auf, was längst noch nicht selbstverständlich ist: Für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern gilt es, die Stimme zu erheben.

Meine Meinung

Das dritte Buch für die Frauen Lese-Challenge war nicht so der Glücksgriff. Dank der Rezension auf Wortlicher war ich zwar schon darauf vorbereitet, dass sich nur der erste Essay mit dem Thema des Titels beschäftigt, aber trotzdem war ich dann vom eigentlichen Schwerpunkt dieses dünnen Buches überrascht: Gewalt.

Die sieben Essays tragen die Titel:

  • Wenn Männer mir die Welt erklären
  • Der längste Krieg
  • Welten kollidieren in einer Luxussuite. Einige Gedanken zum IWF, zur globalen Ungerechtigkeit und zu einem Fremden in der U-Bahn
  • Ein Lob der Bedrohung. Was eheliche Gleichstellung wirklich bedeutet
  • Großmutter Spinne
  • Woolfs Dunkelheit. Das Unerklärliche bejahen
  • Die Büchse der Pandora und die Freiwilligenpolizei

Es ist nicht so, dass nicht interessante Themen angesprochen werden und Gedanken geäußert werden, über die man ruhig mal etwas länger nachdenken sollte, aber ich finde, es wird sehr deutlich, dass die Essays eigentlich für andere Formate geschrieben wurden und nur jetzt zusammen in diesem Buch gedruckt.

Der rote Faden fehlt nicht, es geht in allen um Feminismus und noch spezieller um Gewalt (physisch und psychisch) an Frauen, aber der Stil passt nicht. Und es fehlen die Quellen. Viele Quellen. Denn, die Texte sind mehrheitlich online erschienen und waren mit Links hinterlegt. Das hätte angeblich zu einem zu großen Fußnoten-Apparat geführt, deswegen wurden sie weggelassen. Schade, wie ich finde.

Ohne Quellen, ohne Möglichkeit gezielt zu gucken, wo man weiter lesen will, ist es irgendwie witzlos. Da macht es mehr Spaß ihre Essays online auf TomDispatch zu lesen.

Also nein, ich kann dieses Buch leider nicht empfehlen. Es ist nett die deutsche Übersetzung der Essays zu lesen, aber der Stil sagt mir nicht zu und ohne vernünftige Quellenangaben/weiterführende Verweise verlieren die Essays für mich an Biss und Inhalt.

Außerdem ist der Titel meiner Meinung nach irreführend, da sich alle Essays mit Gewalt beschäftigen und Mansplaining für Rebacca Solnit nur eine Form von Gewaltausübung ist, aber nicht der Kernpunkt dieses Buches.

4 Kommentare

  • Das klingt nach einem echt spannenden Buch, beziehungsweise einer spannenden Zusammenfassung. Krass und Schade, dass da auf Quellen verzichtet wurde! Ich werde dann eher mal deinem Rat folgen und online nachlesen. 🙂
    Liebe Grüße
    Maren

  • Ich fand es auch echt schade, dass keine Fußnoten vorkommen. Zumindest hätte man ja ein Quellenverzeichnis machen können. Da das Buch nicht viele Seiten hat, wäre das schon nicht tragisch gewesen, wenn es etwas länger wird.
    Der Titel ist leider auch irreführend. Aber trotzdem fand ich es einen guten Einstieg in die Thematik, vielleicht besonders für Menschen, die zu fachliche Werke eher abschrecken. Aber der Titel weckt echt falsche Versprechungen.

    Lg, Anja

    • Moin Anja,
      das könnte ein Grund sein: Ich mag fachliche Werke und habe es auch erwartet. So war es für mich nur eine Geschichtensammlung, nicht mehr.
      Aber es muss einem ja nicht jedes Buch gefallen und das nächste gute kommt bestimmt 🙂
      LG Lexa

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