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Erfolgreiche Preisverhandlung für Blogger

Preisverhandlung Blogger

In meinem Artikel „Geld verdienen mit Hilfe des Internets„, stelle ich drei Möglichkeiten vor, wie man mit dem eigenen Blog Geld verdienen kann. Eine davon sind Sponsored Posts, oder anders gesagt: Werbebeiträge. Nur vor dem Wort Werbung drücken sich viele Unternehmen und Blogger und ein englischer Begriff klingt sowieso viel fachmännischer… Beides ist meiner Meinung nach Schwachsinn. Werbung ist kein schlimmes Wort und nichts, vor dem die Menschen kreischend wegrennen. Es kommt nur immer darauf an, wie die Werbung gestaltet ist. Und was die Anglizismen angeht um erfolgreicher und weltgewandter zu wirken, das macht einen ganz anderen Topf auf, der hier zu weit vom Thema abführen würde.

Denn mein Thema hier ist:

Erfolgreiche Preisverhandlung für Blogger

Momentan häufen sich in Facebook-Gruppen (mal wieder) die Anfragen, wie viel man für einen Werbebeitrag verlangen kann und ob der eigene Blog nicht viel zu klein ist, um schon Geld zu verlangen.

Dazu möchte ich zwei Sachen sagen:

  1. Der Preis ist dann richtig angesetzt, wenn all deine Kosten gedeckt sind (Arbeitszeit, -aufwand und mögliches Material) und du von dem, was übrig bleibt, noch mindestens lecker Essen gehen kannst oder dir sonst irgendwas tolles leisten. Anders gesagt: Wenn du voll auf zufrieden bist und kein fader Nachgeschmack bleibt.
  2. Mein erster bezahlter Beitrag erschien, als mein Blog noch bei unter 1000 (tausend) Seitenaufrufen im Monat war. Hinterher war ich zufrieden und das bezahlende Unternehmen auch, denn ich hatte zwar nicht viele Besucher, aber die, die kamen, waren auch tatsächlich an meinen Artikeln interessiert und lasen und klickten. Qualität schlug Quantität.

Wenn du im direkten Kontakt mit einem Unternehmen stehst, dann zählen ganz oft nicht die nackten Zahlen, sondern viel mehr, welchen Eindruck du hinterlässt und wie hoch die allgemeine Qualität deines Blogs ist. Wenn deine Zahlen beeindruckend sind, dann kannst du sie natürlich als zusätzliches Argument nutzen, aber wenn nicht, dann fällt es deinem Gegenüber wahrscheinlich nicht mal auf, wenn du sie nicht erwähnst. Mich zumindest hat bisher noch niemand nach konkreten Zugriffszahlen gefragt. Mein Schreibstil, der Gesamteindruck des Blogs und die persönliche Verhandlung waren ausschlaggebend, nicht, wie viele Besuche ich monatlich habe oder nicht habe.

Der #Gesamteindruck ist wichtiger als die #Zugriffszahlen für eine erfolgreiche #Preisverhandlung. Klick um zu Tweeten

Damit das so ist, musst du aber natürlich genau wissen, was du Wert bist. Was dein Blog wert ist. Hast du wenig Leser, aber diese sind sehr aktiv? Oder schreibst du über eine Nische, die sonst kaum einer bedient? Sind deine Fotos außergewöhnlich und erregen Aufmerksamkeit? Jeder hat irgendwas, was ihn einzigartig und damit wertvoll für Unternehmen macht.

Ein weiterer wichtige Punkt ist der erste Eindruck, wenn du ein Unternehmen anschreibst, und der zweite Eindruck, wenn dich ein Unternehmen anschreibt:

Die E-Mail

Hast du eine Blog-Mail-Adresse? Ich habe von Anfang an eine blogname@gmail.com, aber erst seit kurzen, genauer gesagt, seit ich dieses EBook* gelesen habe, eine kooperation@blogname für geschäftliche Mails. Manchmal muss man Sachen, die man weiß, noch einmal Schwarz auf Weiß lesen, damit man sie auch endlich umsetzt. Und die Mail-Adresse vermittelt einen starken Eindruck, ob man es mit einem seriösen Geschäftspartner (und als ein solcher will man wahrgenommen werden) oder nicht zu tun hat.

Dazu gehört auch das Impressum in der Mail. Die Signatur. Adresse, Kontaktdaten und die wichtigsten Links, damit das Gegenüber genau weiß, mit wem er es zu tun hat. Eine höfliche Anrede und ganze Sätze sollten für einen Blogger selbstverständlich sein, schließlich ist es das Schreiben, was zu diesem Kontakt geführt hat.

Die Preisverhandlung

Du hast einen einzigartigen Blog, kennst seinen Wert und machst einen seriösen Eindruck. Damit sind die Grundsteine für eine erfolgreiche Preisverhandlung gelegt. Im weiteren Verlauf kommt es jetzt darauf an, deine Argumente gut rüber zu bringen und zu wissen, wann Schluss ist und den Bogen nicht zu überspannen. Gier bringt keinem was, denn meist sitzt am anderen Ende jemand, der etwas Ahnung hat und abschätzen kann, wie viel Wert dein Blog für das Unternehmen hat.

Spiel bei den nächsten Verhandlungen etwas mit dem Preis. Probiere verschiedenes aus, gucke, wie hoch du gehen kannst und auf welche Argumente dein Gegenüber wie reagiert. Wahrscheinlich wirst du erstaunt sein, wie viel du verlangen kannst ohne ein endgültiges oder entrüstetes „Nein“ zu hören. Immer vorausgesetzt natürlich, dass das Unternehmen/Produkt tatsächlich zu deinem Blog passt und du nicht versuchst auf einem Reiseblog auf einmal für einen Treppenlift zu werben.

Denn bei allem Verhandlungsgeschick darf man eins nie aus den Augen verlieren: Die Leser! Sie sind es, die über deinen Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Eine unpassende Werbung verzeihen sie dir vielleicht noch, aber die Auswahl an tollen Blogs ist so groß, dass sie auch ganz schnell weg sind, wenn sie das Gefühl haben, dass es dir nur noch ums Geld verdienen und nicht mehr um das Bloggen selbst geht.


Wie sind deine Erfahrungen? Oder dachtest du bisher immer du bist zu klein und hast dich deswegen an keine Kooperation getraut?

Wenn du eine Schritt für Schritt-Anleitung mit weiteren guten Tipps für die Preisverhandlung als Blogger mit Unternehmen suchst, kann ich dir dieses EBook empfehlen: Sponsored Post Preisverhandlung* Ich persönlich kann dir keine genaue Anleitung geben, denn ich verhandel ehrlich gesagt immer aus dem Bauch raus. Manchmal sicherlich auch zu meinem Nachteil, aber so bin ich eben.

Wie ist dein Vorgehen?

11 Kommentare

  • Huhu Lexa,

    ich habe in meiner Blogger-Laufbahn, die mittlerweile im siebten Jahr steckt, genau zweimal Geld für einen Post angeboten bekommen. Zugegebenermaßen haben mich beide Anfragen extrem überrascht und gerade deshalb war ich erst einmal vorsichtig. Es waren aber beides völlig legitime Agenturen und so habe ich dann auch zugesagt.

    Verhandelt habe ich allerdings nicht, denn die Beträge waren für mein Empfinden schon sehr hoch (65€ und 50€), weil ich kaum Leser hatte und es auch relativ simple Posts waren, für die ich nicht groß arbeiten musste. Für viele Blogger sind das bestimmt Summen, für die sie nicht einmal ihren Browser öffnen würden, aber ich habe eine dermaßen kleine Reichweite, dass ich mich regelrecht reich gefühlt habe 😉

    Ich hatte nie vor, mit meinem Blog wirklich Geld zu verdienen, von daher freue ich mich einfach, wenn mich jemand bezahlen möchte… aber ich gehe auch nicht davon aus, dass es noch einmal (geschweige denn häufiger) vorkommen wird.

    Liebe Grüße
    Sas

    • Hey Sas,
      wenn du das Gefühl hattest, dass die Bezahlung gut war, dann war sie es auch. Du hättest sicherlich mehr verlangen können, zumindest könntest du es jetzt, denn allein die sieben Jahre sind schon etwas wert ;), aber wenn du nicht das Bedürfnis hast, dann musst du es ja nicht tun.
      Solange man nicht auf das Geld angewiesen ist und Bloggen ein Hobby ist, muss man sich da nicht sooo viele Gedanken drum machen sondern kann einfach die Summe annehmen, bei der man ein gutes Gefühl hat. Bei einigen ist sie halt größer als bei anderen.
      LG Lexa

  • Ein sehr schöner und für mich unheimlich informativer Beitrag, danke dir! 🙂 Ich habe grad erst wieder mit dem Bloggen angefangen und bin ziemlich motiviert, das auch weiterhin durchzuziehen und sehr gerne auch mit Unternehmen zu kooperieren. Da ich in ganz vielen Bereichen völlig neu bin (Und beispielsweise Pinterest grad so langsam durchschaue), sauge ich praktisch alles an Informationen auf 😀 …und finde vor allem Erfahrungsberichte wie diesen superspannend.

    Meine erste Kooperationsanfrage hat mich etwas überrascht, denn sie war recht lax geschrieben und auf die Bitte um genauere Infos gab es dann schon keine Antwort mehr. Schade, aber ich bin gespannt, was noch so alles kommt und ob ich mich vielleicht eines Tages sogar traue, Unternehmen selber einfach mal anzuschreiben.

    Viele liebe Grüße
    Maren

    • Moin Maren,
      freut mich, dass dir der Beitrag gefällt.

      Oh ja, so irgendwie komische Kooperationsanfragen gibt es leider sehr viele. Dir werden sicherlich noch mehr begegnen. Umso besser ist es dann, wenn etwas wirklich gutes im Postfach landet 🙂
      Und du wirst dich sicherlich mal trauen, wenn du eine tolle Idee hast, die du gerne mit einem bestimmten Partner umsetzen willst.
      Ich wünsche noch viel Spaß beim Bloggen. Schön, dass du wieder dabei bist.
      LG Lexa

  • Schöner Artikel, doch eines sollte ganz klar gesagt sein:Wurde EINMAL ein Preis genannt, stehen die Chancen das du damit noch nach oben gehen kannst, bei unter 5%. Meine Devise „hoch einwerfen“….nach unten geht es immer leichter.

  • Mein Tipp für den Einstieg ins Thema Kooperationen sind Buchrezensionen, Rezensionsexemplare bekommt man als Blogger relativ einfach und damit kann man auch beweisen, dass man gute Artikel schreiben kann und diese dann anderen Kooperationspartnern als Muster zeigen.
    Mein Weg war: Rezensionsexemplare, Verlosungen, Hotelübernachtungen oder andere Gratisleistungen bzw. -produkte und dann tatsächlich erst eine Bezahlung. Soll heißen, dass sich „hocharbeiten“ lohnt. In irgendeinem Blogbeitrag habe ich auch mal was zu einer Formel gelesen, wie man seinen Preis berechnen kann und dass man nicht unter 100 EUR verlangen soll. Das sollte aber jeder selbst entscheiden. Wichtig ist nur, dass man wie du schon schreibst, ein gutes Gefühl hat und auch berücksichtigt, dass man sich auch nicht zu günstig anbieten sollte, da man sonst den Preis für Blogger drückt, die eigentlich mehr verlangen könnten und dann zu hören bekommen, dass Blogger xyz es aber für 50 EUR gemacht hat. Also auch ein bisschen auf die Solidarität unter Bloggern achten. 🙂
    Ich finde es übrigens wichtiger ein Media Kit zu haben als eine E-Mail Adresse mit dem Blognamen.

    • Hey Myriam,
      ja, von diesen Formeln gibt es einige. Und hocharbeiten ist sicherlich eine Methode, aber nicht unbedingt nötig, wenn man schon länger bloggt und so viele gute Artikel hat, die als Referenz dienen können. Nicht jeder liest zum Beispiel gerne und Rezensionen kann man auch nicht unbedingt mit Shopvorstellungen oder Produkttests vergleichen. Ich zumindest schreibe sie völlig anders. Aber das ist auch Typsache.

      Ich habe kein Media Kit und ich wurde auch noch nie danach gefragt. Ich will zwar schon lange eins erstellen, aber bin noch nicht dazu gekommen. Bisher hat es mir nicht gefehlt. Eine seriöse Mailadresse hingegen sorgt dafür, dass der Bezug zum Blog auf Anhieb hergestellt wird und nicht erst in die Mail geschaut werden muss, wer da eigentlich schreibt.

      LG Lexa

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