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piqd – eine Lösung für die Informationsflut?

piqd Magazin Erfahrungsbericht
[Werbung: Mein Account wurde mir von piqd kostenlos zur Verfügung gestellt.]

Seien wir mal ehrlich: Das Internet ist zu groß, zu vielfältig und viel zu unübersichtlich, als das man sich wirklich in ihm zurechtfinden könnte. Gerade das ist es ja, was es so toll macht. Aber manchmal überfordert einen die Weite und die schiere Unendlichkeit der Möglichkeiten auch einfach. Das gerne genutzte Stichwort zu dem Thema: Informationsflut.

Nun gibt es viele Möglichkeiten mit diesem Phänomen umzugehen. Man kämpft gegen den Strom an, man lässt sich treiben oder jemand reicht einem eine Badeinsel und eine Angel, von der aus man sich alles ganz gemütlich ansehen kann und sich nur die dicksten Fische auf den Teller holt.

piqd versteht sich als diese Badeinsel. Und die dicken Fische werden einem auf einem Silbertablett fertig zubereitet serviert. Man muss also nichts mehr tun, als in der Sonne zu liegen und sich bedienen zu lassen.

piqd handverlesenswert

So zumindest die Theorie. Klingt aber fast zu schön, um wahr zu sein. Und deswegen habe ich die Plattform getestet und möchte jetzt davon erzählen. Werden einem wirklich nur die dicken Fische serviert oder muss man nicht trotzdem noch unzählige Male die Angel leer wieder einholen?

Wie piqd funktioniert

Kurz zusammengefasst: Ca. 120 Kuratoren empfehlen pro Tag höchstens einen Artikel und ordnen ihn dabei einen von 18 Themenkanälen zu.

120 Kuratoren

Der Name „piqd“ steht für „hand-picked“ (handverlesen). Die dort empfohlenen Artikel werden von Menschen entdeckt und verbreitet, nicht von Computerprogrammen und Algorithmen. Die Kuratoren werden dafür bezahlt, dass sie Artikel empfehlen. Höchstens einen pro Tag, mindestens 3 pro Woche. Deswegen kann auch nicht jeder Kurator werden, sondern es gibt Kriterien, nach denen sie ausgewählt und eingestellt werden. In der FAQ liest sich das so:

Kuratoren müssen neben ihrem Sachverstand und einem breit gefächerten digitalen Medienkonsum vor allem ein Talent für die Kuratierung und Beschreibung relevanter Fundstücke mitbringen, dazu Lust am Austausch mit unseren Mitgliedern.

Und weiter:

piqd hilft seinen Nutzern, den Überblick über ein Thema zu behalten und Einblick in verschiedene Positionen einer Debatte zu bekommen. Die Kuratoren sind gehalten, diese Dynamik zu unterstützen. Wir wünschen uns von unseren piqern einen weiten Blick über eine Vielzahl an Quellen und Publikationen, ein besonderes Augenmerk für die positiven und erfolgreichen Menschen und Momente, den Einsatz für die jeweils andere Meinung, für die andere Seite der Medaille.

Anders gesagt: Kuratoren bringen eine gewisse Qualifikation/Sachverstand mit (viele von Ihnen sind selbst journalistisch tätig), lesen selbst viel und empfehlen von dem Gelesenen nur das Beste. Als Nutzer muss man sich demnach nicht durch eine Vielzahl von irrelevanten und schlechten Artikeln wühlen, sondern bekommt die dicken Fische serviert und kann sich so zielgerichteter informieren.

Was ich dabei nett finde, ist, dass jeder Artikel eine Einleitung erhält, bevor auf den eigentlichen Artikel verlinkt wird. Meist ist dies eine kurze Zusammenfassung oder eine Stellungnahme, warum der Artikel interessant ist. Man hat dadurch mehr Informationen als nur die Überschrift um zu entscheiden, ob man den Artikel lesen will.

18 Themenkanäle

Trotzdem sammeln sich ja auch auf diese Weise nicht wenige Artikel an und daher gibt es eine weitere Filtermöglichkeit nach Themen:

  • Medien und Gesellschaft
  • Politik und Netz
  • Fundstücke
  • Volk und Wirtschaft
  • Osteuropa
  • Feminismen
  • Flucht und Vertreibung
  • Klima und Wandel
  • Reportagen und Interviews
  • Literatenfunk
  • Spiele und Kultur
  • Musik und Subkultur
  • Zeit und Geschichte
  • Zukunft und Arbeit
  • Europa
  • Liebe, Sex und Wir
  • Kopf und Körper
  • Videos und Podcasts

Die meisten Kanäle haben noch Unterkategorien, so, dass man sehr zielgerichtet stöbern kann, wenn einen etwas bestimmtes interessiert. Die Kanäle selbst lassen sich (auch ohne Anmeldung) per RSS-Feed abonnieren. Man muss also nicht mal die Seite aufrufen, sondern kann sich alles in den eigenen Feedreader liefern lassen.

Was kostet piqd?

Grundsätzlich ist piqd völlig kostenfrei nutzbar. Sogar ohne Anmeldung oder Registrierung.

Aber, es gibt die Möglichkeit einer Mitgliedschaft, die einem ein paar Vorteile bringt (60 Tage kostenlos testbar):

  • Man kann sich aus den einzelnen Themenkanälen sein eigenes Magazin zusammenstellen und hat auf der Startseite dann dieses und nicht alle Beiträge (der optionale Newsletter wird auch personalisiert).
  • Man hat die Möglichkeit zu kommentieren.
  • Man kann selbst als Kurator tätig werden, allerdings nur für den „Community“ Kanal neben den „Experten“. Aber auch dort finden sich oft sehr interessante Beiträge und wer selbst Blogger ist, kann seinen Blog im Profil verlinken, gute Beiträge (nicht nur die eigenen natürlich) empfehlen und so Werbung für sich selbst machen.

Piqd Community Artikel

Das kostet einen dann 3€ im Monat. Dafür bleibt die Plattform dauerhaft werbefrei. Ob es einen das wert ist, muss natürlich jeder selbst entscheiden, allerdings finde ich den Betrag nicht allzu hoch und wenn man es wirklich nutzt, rechnet es sich allein durch die Zeitersparnis sicherlich.

Meine Erfahrungen mit piqd (bisher)

Ich nutze piqd jetzt seit etwas über einer Woche und ich bin positiv überrascht. Die Grundidee fand ich von vornherein super, ansonsten hätte ich es ja gar nicht erst getestet, aber es funktioniert besser, als ich es erwartet hätte.

Ich habe mir ein Magazin mit Themen zusammengestellt, die mich grundsätzlich sowieso interessieren und die Artikel die dort empfohlen werden, sind meist auch tatsächlich interessant für mich. Klar, jeder vierte oder fünfte nicht, aber die klicke ich entweder gleich weg oder ich merke beim Lesen, dass es nicht das ist, was ich erwartet hatte. Ein sehr guter Schnitt, wie ich finde. Ich hatte damit gerechnet, dass mich ca. die Hälfte der empfohlenen Artikel dann auch wirklich interessiert und ich die andere Hälfte gleich wegklicke. Aber mein Feedreader wird mit guten Inhalten gefüttert und nicht mit Schrott zugemüllt. Im nächsten Schritt möchte ich dann mal ALLE Kanäle abonnieren um zu sehen, was mich bei den Themen anspricht, die mich so grundsätzlich erstmal weniger interessieren. Da wird der Ausschuss sicherlich höher sein, andererseits sind das ja gerade die Bereiche, wo ein Blick über den eigenen Tellerrand nur gut tun kann.

Da wäre ich auch bei der Kritik, die ich üben muss. Wenn man nur die Kanäle abonniert/liest, die einen interessieren und von den Empfehlungen auch wieder nur die liest, die der eigenen Meinung entsprechen, dann kommt man kein bisschen aus der eigenen Filterblase raus. Aber da kann piqd eigentlich auch nichts dran ändern. Das ist dann Nutzerverhalten. Die Plattform selbst bietet es an und hat es auch im Selbstverständnis stehen, uns Nutzern dabei zu helfen auch mal Artikel zu entdecken, zu lesen und weiter zu verbreiten, die uns in unserer Filterblase sonst nicht erreicht hätten. Und das ist ein Gedanke, den ich sehr wichtig und richtig finde.

Das Internet bietet so viele Meinungen (viele davon fundiert und nicht nur blabla), aber man bekommt nur den Bruchteil mit, der einem durch die Filterblase zugespült wird. Durch piqd wird der Teich größer, in dem man fischt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der eigene Angelradius erweitert ist ziemlich hoch.

Also eigentlich doch keine Kritik, mehr ein allgemeiner Gedanke.

Ansonsten funktioniert alles so, wie es soll. Die RSS-Feeds gehen, man kann die Abos ändern wenn man will und wenn man die Newsletter abbestellt, bekommt man auch wirklich keine Mails. Und wenn man Englischmuffel ist, kann man sogar einstellen, dass einem nur deutschsprachige Artikelempfehlungen angezeigt werden. Eine Funktion, die sicherlich einige freuen wird. Wer Englisch hingegen liebt, wird es toll finden, dass der Account auf piqd.de auch gleichzeitig für piqd.com, die globale und englischsprachige Plattform gilt.

Ich habe wirklich gesucht, aber ich habe nichts auszusetzen. Es werden alle Erwartungen erfüllt, die ich vorher hatte. Guck es dir am besten selbst an und entscheide dann, ob piqd  auch etwas für dich ist. Wie gesagt, völlig kostenfrei nutzbar, aber die Mitgliedschaft bietet ein paar Vorteile. Und wenn du Glück hast, musst du nicht mal etwas für die Mitgliedschaft zahlen, sondern kannst die lebenslange Variante hier gewinnen.

Gewinnspiel

Ich darf eine lebenslange Mitgliedschaft verlosen und alles was du dafür tun musst, ist hier kommentieren. Was, ist mir eigentlich auch egal, aber ich würde mich freuen, wenn du mir eine oder alle dieser Fragen beantwortest:

  • Warum möchtest du gewinnen?
  • Hast du manchmal das Gefühl die Informationsflut ertränkt dich?
  • Gefällt dir das Konzept oder hast du was gefunden, was kritisiert werden müsste? (Ich kann gar nicht wirklich glauben, dass ich wirklich nichts zu meckern habe…)

Dein Kommentar sollte bis zum 09.Juli – 12 Uhr mittags geschrieben sein, damit du an der Verlosung teilnehmen kannst. Das Teilen dieses Artikels freut mich sehr, vergrößert aber nicht die Gewinnchancen.

Viel Erfolg!


piqd versteht sich selbst als Programmzeitung für guten Journalismus. Doch was ist dran an diesem Selbstverständnis und lohnt es sich, piqd zu testen?

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10 Kommentare

  • Hey,
    das klingt ziemlich interessant. Ich lese gerne viel und würde mich freuen das Abo zu gewinnen. Aber auch ohne Gewinn werde ich es mir näher ansehen. Gucken kostet ja noch nichts.
    Beste Grüße,
    Max

  • Die Informationsflut ist total super! Es gibt doch nichts besseres, als immer mehr Informationen zu bekommen und über alles informiert zu sein. Das kostet viel Zeit, aber es ist auch toll! Wer sich dem freiwillig entzieht, verpasst viel zu viel. Piqd ist da nur eine weitere Quelle unter vielen. Warum hast du denn die Newsletter abbestellt?

    • Moin Julchen,
      ich finde Newsletter einfach nervig. Da ich die Artikel in den Feedreader bekomme, brauche ich sie nicht auch noch zusätzlich per Mail. Deswegen war es mir wichtig, dass man dann auch wirklich keine Mail bekommt.
      LG Lexa

  • Jetzt habe ich so viel auf dieser Webseite herumgesurft, dass ich beinahe vergessen habe, noch hier zu kommentieren 🙂 zuerst war ich nicht sicher, ob mich die handverlesenen Artikel wirklich ansprechen würden-ich hatte das Gefühl, mit einem Feedreader hatte ich bereits alles nötige. Allerdings bin ich von der Auswahl wirklich überrascht und begeistert, insbesondere im Bereich Nachrichten bin ich ansonsten nie wirklich up to date. Über den Gewinn würde ich mich daher natürlich schon sehr freuen 🙂
    Aber so oder so möchte ich mich an dieser Stelle schon einmal für diesen tollen Tipp bedanken!
    Liebe Grüsse
    Ariana

    • Moin Ariana,
      das klingt doch schon mal sehr gut. Wenn man beim Stöbern die Zeit vergisst, ist alles richtig 🙂
      Ich drücke die Daumen, aber bisher ist die Konkurrenz ja noch nicht sehr groß.
      LG Lexa

    • Glückwunsch! Die Glücksfee hat es gut mit dir gemeint und dich gewählt. Die Mail, mit dem Gewinn macht sich gleich auf den Weg zu dir 🙂

  • Ich teste es auch selber gerade seit zwei Wochen und finde es soweit sehr praktisch. Das einzige was mir irgendwie noch fehlt – oder ich habe die Funktion übersehen – ist die Möglichkeit einen bereits gelesenen Artikel in meinen Newsfeed wegzuklicken, um ein bisschen Platz zu schaffen.

    Blendle nutze ich auch seit mehreren Monaten, das ist ja mehr oder weniger das gleiche Prinzip, aber geht teilweise ganz schön ins Geld. Da gibt es Monate in denen ich 30 Euro zahle, weil mich einfach viele Artikel ansprechen. Und auch wenn man die Möglichkeit hat sein Geld zurück zu bekommen, weil der Artikel zum Beispiel zu kurz oder der Preis für den Inhalt zu hoch war, will man da ja auch nicht ständig reklamieren. Ich werde wahrscheinlich bei piqd bleiben, aber blendle trotzdem noch gelegentlich, aber deutlich weniger nutzen.

    Auf jeden Fall sollte guter Journalismus einem selber auch das Geld wert sein, ob das nun monatlich 3 Euro sind oder auch mal ein bisschen mehr.

    • Moin Franzi,
      stimmt, die Funktion scheint es nicht zu geben. Ist mir bisher nicht aufgefallen, da ich sie mir über den Feedreader liefern lasse und nur zum Ändern der Abos die Seite besuche. Und wenn ich in den Community-Artikeln rumschaue.

      Blendle habe ich bisher nicht getestet. Irgendwie widerstrebt es mir, für einen einzelnen Artikel zu zahlen. Da zahle ich lieber einen Pauschalpreis und kann dadurch alles lesen. Wie es halt klassisch bei Zeitungen ist. Wobei Piqd ja auch manchmal Artikel von Blendle anzeigt, wie mir dabei auffällt. Das man dann sozusagen doppelt zahlt, einmal für das Aufmerksam werden und einmal fürs Lesen direkt, ist dann doch noch nicht optimal gelöst. Aber die Alternative wäre wahrscheinlich, die Artikel gar nicht anzuzeigen.

      Du hast recht, guter Journalismus sollte auch bezahlt werden. Deswegen kaufe ich oft noch ganz „normale“ Zeitungen 😉
      LG Lexa

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