Leben

Ich brauche …, wie die Luft zum Atmen

Ohne kann ich nicht leben

Das aktuelle Thema von #3ofaKind hat mich ganz schön zum Grübeln gebracht.

Ohne was könnte ich nicht leben?

Da wären natürlich einmal die absolut ehrlichen Antworten wie Luft zum Atmen, Wasser und Nahrung. Aber das sind sicherlich nicht die Antworten, die zu einem interessanten und unterhaltsamen Blogartikel führen. Dann wären da noch die Klischee-Antworten, die zwar nicht weniger wahr sind, aber auch irgendwie langweilig und schon so’n bisschen schnulzig: Familie, Freunde, Liebe …

Beides keine Alternativen, über die ich schreiben wollte, also musste etwas anderes her.

Was würde ich tatsächlich langfristig vermissen, wenn ich es nicht mehr hätte? Welcher Verlust macht mich so richtig unglücklich?

Führerschein

Führerscheine verlieren? Ein Graus!

Bei der Vorstellung meine Führerscheine abgeben zu müssen wird mir ganz schwummrig im Kopf. Seit ich 15 bin, bin ich motorisiert unterwegs und ich liebe es!

Es ist ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Ich muss mich an keinen Fahrplan halten und kann immer und jederzeit einfach wegfahren, wenn ich es will. Nicht, dass ich schon oft das Bedürfnis hatte irgendwo schnell abzuhauen, aber ich könnte, wenn ich wollen würde.

Und Bequemlichkeit ist es natürlich auch. Mit dem Auto einkaufen zu fahren ist nun mal viel einfacher als mit Rad oder dem ÖPNV.

Dabei ist es nicht mal so, dass ich unglaublich gerne Auto fahre. Autobahnen finde ich nervig wegen Staugefahr und unberechenbaren anderen Verkehrsteilnehmern, Stadtverkehr ist anstrengend wegen Gewusel und Ampeln. Nur Landstraßen, die fahre ich wirklich gerne. Wenig los, Kurven, die das Ganze nicht so eintönig werden lassen und wenn man die Musik etwas lauter dreht, stört das auch niemanden, denn es ist keiner da, den es stören könnte. Das wird nur dadurch besser, wenn das Wetter trocken ist und man das Auto durch ein Motorrad tauscht.

Diskussion

Du willst diskutieren? Ich bin dabei!

Man könnte sagen: Ich streite mich gerne.

Also nicht wirklich, aber schon so ein bisschen. Wenn ich jemanden finde, mit dem ich diskutieren kann und man dabei von einem Thema zum nächsten kommt und wieder von vorne anfängt, weil einem noch etwas eingefallen ist, dann bin ich glücklich.

Aber das geht nur mit bestimmten Menschen, nicht mit allen. Denn es gibt immer Diskussion und Diskussion. Und ich brauche jemanden, der es nicht zu verbissen sieht und eher die Freude am Schlagabtausch verspürt als den unbändigen Wunsch mich von etwas zu überzeugen. Wenn ich merke, dass der andere sich zu sehr reinsteigert, dann bin ich ganz schnell weg.

Die besten Diskussionen sind die, bei denen bissige Ironie zum Einsatz kommt, man gar nicht mal so nett zueinander ist, sich regelrecht zofft, und hinterher ist trotzdem alles gut und man ist immer noch befreundet. Der Spaß an der Handlung steht im Vordergrund, nicht das Ergebnis. Da zwischen Meinungsaustausch und Freundschaft zu differenzieren, und hinterher doch nicht irgendwie eingeschnappt sein, können aber nur wenige. Glücklicherweise habe ich ein paar Menschen gefunden, die da genau so viel Spaß dran haben wie ich.

Meer

Weg vom Meer ziehen? Ohne mich!

Ich war ja mal vier Jahre weg vom Meer und habe da gemerkt: Ich brauche es. Ich brauche die Seeluft, ich brauche die Weite und ich brauche den Wind um glücklich zu sein. Wie beim Führerschein geht es gar nicht so sehr darum es wirklich zu nutzen, sondern mehr darum, die Möglichkeit zu haben.

Zu wissen, dass ich jederzeit an die See fahren könnte (Führerschein sei dank), und wenn es nur für 10 Minuten ist, beruhigt mich. Nach einem anstrengenden Tag kurz am Strand rumfahren, 5 Minuten aufs Wasser gucken und meine Welt ist wieder in Ordnung.

Es gibt drei Dinge, die würden mir wirklich sehr fehlen, wenn ich sie nicht mehr hätte. Welche genau das sind und warum, das liest du in diesem Blogbeitrag.

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Was sind deine drei Dinge, ohne die es nicht geht? Sind meine für dich nachvollziehbar oder völlig unverständlich?

7 Kommentare

  • Huhu Lexa,

    ich bin einer der wenigen Menschen, die mit über 30 noch keinen Führerschein haben. Und ganz ehrlich: so richtig vermissen tu ich ihn nicht. Ich bin zwar immer auf Busse und Fahrpläne angewiesen, aber da gewöhnt man sich auch dran. Davon mal abgesehen, dass ich vermutlich trotzdem mit den Öffentlichen zur Arbeit fahren würde…
    Manchmal wäre es sicherlich bequemer und einfacher, einfach losfahren zu können, aber an den Wochenenden z.B. habe ich ja meinen Privatchauffeur 😉 Jo meint zwar, dass es manchmal entlastend wäre, wenn ich auch fahren dürfte, aber generell fährt sie gerne Auto, daher stört es nur bei längeren Strecken.

    Hach ja, das Meer ♥
    Ich muss zwar nicht direkt dort wohnen (tu ich ja auch nicht *g*), aber es tut gut zu wissen, dass ich innerhalb von ein, zwei Stunden dort sein kann. Gerade durch Jo ist es ein wichtiger Teil für mich geworden.

    Liebe Grüße
    Sas

    • Moin Sas,
      ohne Auto würde bei mir gar nicht gehen. Momentan pendel ich ja zum Beispiel nach Kiel und da würde ich ohne Auto 2 bis 3 Stunden brauchen, mit nur 1 (und es wäre tatsächlich teurer).
      Wenn man aber zentral lebt und nicht auf dem Dorf, kann ich mir schon vorstellen, dass man keinen Führerschein braucht. Ich wäre aber wohl trotzdem froh einen zu haben.

      Ein, zwei Stunden… so unterschiedlich sind die Wahrnehmungen. Wir hatten überlegt nach Hamburg zu ziehen (bevor ich in Kiel angefangen habe) und das größte Gegenargument: Ein, zwei Stunden zum Meer anstatt 15 Minuten 😀

      LG Lexa

      • Ja, okay, das ist natürlich eine Strecke, für die sich das Auto lohnt. Ich bin ja auch jeden Tag insgesamt über 3 Stunden unterwegs und das ist auch schon nahe an meiner Schmerzgrenze.
        Da stimme ich dir zu, in einer Stadt braucht man kein Auto. Wenn ich sehe, wie häufig die Busse in Hamburg fahren, frage ich mich, warum es überhaupt noch Menschen gibt, die selber fahren. Ist dann wohl reine Bequemlichkeit 😉

        Jaaa, ein bisschen weiter weg ist es hier schon 😉
        Dafür hat man aber die Elbe. Ist natürlich nicht das selbe, reicht aber für zwischendurch auch aus.

        Liebe Grüße
        Sas

  • Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen und war es daher schon früh gewohnt, viel und weit mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Aber mit dem Erwachsenenalter kam dann auch der Führerschein. Mittlerweile lebe ich wieder auf dem Dorf und bin für einige Wege einfach auf ein Auto angewiesen. Der Umwelt (und meiner Fitness) zuliebe lasse ich aber – wenn das Wetter angenehm ist – auch oft das Auto stehen und fahre dann auch schonmal die 12km zur Abreit mit dem Fahrrad.
    Und ach ja, das Meer! Ich habe noch nie am Meer gelebt, aber schon oft dort Urlaub gemacht und ich kann mir gut vorstellen, dass Du nicht dort weg möchtest.
    Viele Grüße
    Antje

    • Moin Antje,
      ich bin auch auf dem Dorf aufgewachsen und fand Radfahren schon damals nervig. Mal so zum Spaß okay, aber nicht zur Schule/Arbeit wenn man früh los muss und das Wetter sich dauernd ändert und man pünktlich sein will.
      Es ist toll, dass du es machst, aber ich würde wohl immer das Auto nehmen, wenn ich wieder aufm Dorf wohnen würde. Da könnte das Wetter noch so gut sein.
      LG Lexa

  • Interessantes Fragestellung. Meine Top 3 sind tragbare Musikabspielgeräte, Konzerte/Festivals oder ab und zu mal Disco (also ganz allgemein Veranstaltungen wo sich Leute treffen um gemeinsam zu extrem lauter Musik abzugehen 😉 ) und kochen (und hier habe ich wirklich verdammt lange hin und her überlegt).
    Natürlich sind da auch noch viele andere Dinge wie Bett, Dusche, allgemein die ganzen Bequemlichkeiten der Neuzeit, Gesundheit, Sicherheit usw, aber das sind für mich eher „langweilige“ Gründe, wie du sie nennst, weil das auf nahezu jeden Menschen [in unserer Gesellschaft] zutreffen dürfte.

    Das mit den Führerscheinen verstehe ich nur bedingt, aber ich hatte auch noch nie meinen eigenen motorisierten fahrbaren Untersatz und würde den ÖPNV dem Selbstfahren vermutlich meistens vorziehen. (wenn die Fahrzeit beim Nahverkehr unter einer Stunde ist sogar definitiv – aber wer weiß wie das wird, wenn ich mal ein eigenes Auto und kein Semesterticket mehr habe…)
    Das Meer in der Nähe zu haben ist sicherlich was Schönes, das kann ich schon irgendwie nachvollziehen, vor allem wenn man es von klein auf so kennt, mich persönlich würde es aber nicht besonders reizen.
    Bei deinem Absatz übers Diskutieren habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wo du mich wohl einordnen würdest 😀 Ich mag es zwar auch ab und zu mal Meinungen auszutauschen und übe mich auch darin, andere Sichtweisen zu akzeptieren, aber so manches Mal gehe ich auch aus einer Diskussion raus und ärgere mich über die Ignoranz des anderen. (allerdings ist mir auch aufgefallen, dass das nur bei bestimmten Menschen passiert und da auch so gut wie immer – vielleicht liegt es also gar nicht an mir…)

    Alles in allem ein spannendes Thema, das bei mir gleichzeitig die Frage aufwirft, wie das wohl in einigen Jahren aussehen würde oder welche drei Dinge es zum Beispiel gäbe, von denen man glaubt, man könnte nicht mehr ohne sie leben, sobald man sie (erreicht) hat.

    Liebe Grüße,
    Charly 🙂

    • So unterschiedlich sind wir. Tragbare Musikabspielgeräte spielen in meinem Leben gar keine Rolle. Ich höre eigentlich nur im Auto Musik, und da auch nur Radio. Konzerte sind zwar toll, aber ich war schon lange nicht mehr auf einem und so richtig vermissen tu ich es auch nicht 😀

      Aber wie es in ein paar Jahren wird ist wirklich interessant. Obwohl ich bei mir die Vermutung habe, dass das Meer und Führerschein auf jeden Fall in meiner Liste bleiben. Die Diskussionen vielleicht nicht.

      LG Lexa

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