Gedanke

So kauft Deutschland 2014 ein

kauft Deutschland 2014

Letzte Überarbeitung am 16. Juni 2017

Einkaufen. Wir alle müssen es tun. Selbst wer noch jung ist und bei seinen Eltern wohnt kauft ab und zu mal ein oder begleitet jemanden zum Einkaufen. Auch Menschen in Altersheimen gehen manchmal noch zum Supermarkt um die Ecke um sich die Lieblingsschokolade zu kaufen.

Die Studie über die ich gestolpert bin hat diese Menschengruppen jetzt nicht extra bedacht. Im GfK Haushaltspanel (beauftragt von PENNY) wurden 300 Warengruppen von Gütern des täglichen Bedarfs analysiert. Und herausgekommen ist eine Deutschlandkarte die zeigt, für welche Güter in welchem Bundesland besonders viel Geld ausgegeben werden.

So kauft Deutschland ein

Quelle: http://webmagazin.medienfabrik.de/penny/mittendrin/2014-i-3/#52

Interessant. Natürlich nutzt PENNY die Auswertung um für sich selbst Werbung zu machen. Aber im eigenem Kundenmagazin ist das auch mehr als erlaubt finde ich. 😉

So kauft Deutschland ein

Jeder Haushalt in Deutschland gibt im Schnitt 3452€ für Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs aus. Das sind immerhin 285,42€ im Monat. Wenn ich mir unsere Ausgaben in den letzten Monaten so ansehe liegen wir mit unserem Zwei-Personen-Haushalt mal drüber und mal drunter. Da ist also Einsparpotential vorhanden.

Die Frage ist: Will man an Lebensmitteln wirklich „noch mehr“ sparen? Klar ist es immer schön Geld übrig zu haben für seine Hobbys, aber ist es nicht auch schön Fleisch zu essen, in dem möglichst wenig Medikamentenrückstände sind? In einen Apfel zu beißen, der ein bisschen weniger gespritzt wurde und vielleicht nicht ganz so weit gereist ist? Duschgel zu benutzen, für das keine Tiere bei Tierversuchen leiden mussten? Die Aufzählung ließe sich noch lange, lange fortführen. Aber ich denke ihr wisst jetzt, worauf ich hinaus will.

Wie ist eure Einstellung? Möglichst viel für möglichst wenig Geld? Oder auf Qualität achten und dafür ein bisschen weniger?

Der durchschnittliche Deutsche gibt diese 3452€ übrigens während 233 Einkäufen aus. 233! Bei 365 Tagen ist das alle 1,6 Tage ein Einkauf. Wer tut sich das denn bitte an? Ich finde es schon schlimm, dass ich einmal in der Woche einkaufen muss. Wenn Obst und Gemüse sich länger frisch halten würde und meine Vorratsschränke größer wären würde ich auch liebend gerne nur alle zwei Wochen einkaufen gehen. Glaubt mir, wenn ich mal richtig viel Geld verdienen sollte, dann leiste ich mir keine Putzhilfe oder Koch sondern jemanden der für mich einkaufen geht. Mein Traum ist eine Küche die sich von selbst mit Lebensmitteln bestückt. Ich schreibe nur einen Speiseplan für die nächsten Tage auf und meine Küche bestellt eigenständig alle notwendigen Lebensmittel und hat auch immer alle Vorräte genau im Blick. Irgendwann muss die Technik doch mal so weit sein 😀

Aber jetzt mal zur Karte, was mir persönlich gleich auffällt: 12,03€ gibt jeder Schleswig-Holsteiner pro Jahr für Marzipan aus, der Bundesdurchschnitt liegt bei nur 6,80€. Wir wissen halt, was gut ist.

Übrigens, Lübeck ist die Marzipanstadt überhaupt. Hier wurde es auch erfunden 😉

Um die Herkunft des Marzipans ranken sich die unterschiedlichsten Geschichten. Am beliebtesten ist diese: Um 1407 wütete in Lübeck eine Hungersnot. Es gab kein Korn mehr. Da trug der Senat den Bäckern auf, aus den in den Speichern lagernden Mandelvorräten ein Brot herzustellen.

Quelle: http://www.luebeck.de/tourismus/infos_az/spezialitaeten/marzipan.html

Na gut, es ist nur eine Legende und sie stimmt nicht. Aber eine Tatsache ist, dass das reinste Marzipan aus Lübeck kommt. Marzipan von Niederegger kommt ohne Zuckerzusatz aus. Das ist selten, wenn nicht sogar einzigartig. Den Unterschied schmeckt man. Das ist wahre Qualität.

Die Niedersachsen haben einen etwas weniger feinen Gaumen. Sie geben 24,68€ aus für Chips. Die Brandenburger fühlen sich mit ihren Pralinen für 42,25€ im Jahr den Bundesdurchschnitt sicherlich überlegen, aber keiner ist so cool wie die Menschen aus Rheinland-Pfalz. Nirgendwo sonst werden 14,16€ für Kaugummi ausgegeben. Obwohl, die Nordrhein-Westfalen sind sicherlich noch cooler. Aber nur, weil sie tatsächlich 16,73€ für Nervenberuhigung ausgeben.

Da fragt man sich doch: Was ist da im Westen so nervenaufreibend? Die Nähe zu den Niederlanden und Belgien? Oder fühlen sie sich gestört von dem ganzen Geblubber aus Hessen? Die stehen nämlich total auf Brause und geben pro Kopf 4,19€ im Jahr für diese sprudelige Zuckerpampe aus. Na gut, immer noch besser als in Sachsen-Anhalt zu wohnen. Irgendwie ist das Essen da wohl nicht so besonders. Oder wie erklärt ihr die 30,14€ für Magentabletten? Ich mein, der Bundesdurchschnitt liegt bei „nur“ 17,22€. Das ist doch eine beachtliche Differenz.

Übrigens, die Bremer, die Hamburger und die Sachsen haben Alkoholprobleme. Auf jeden Fall wird nirgendwo sonst so viel Geld für Wein, Sekt und Bier ausgegeben. Wobei ich die fast 300€ für Wein in Bremen ja schon echt beeindruckend finde. Allerdings, Wein kann ja auch echt teuer sein. Also vielleicht ist es gar nicht so die Menge, sondern nur exklusive Qualität?

Den Rest finde ich persönlich jetzt nicht so überraschend. Vogelfutter ist vielleicht außergewöhnlich, aber größere Tiere lassen sich in Berlin auch schwer halten. Die Bayern lieben Wurstwaren. Wer hätte es erwartet? Jeder! Und das Saarland kann sich keiner getrennt vom Flammkuchen vorstellen, da braucht es viel Crème fraiche.

So, mehr Klischees fallen mir jetzt aber echt nicht ein 😉

Was haltet ihr von solchen Studien? Glaubt ihr, dass sie wenigstens ein bisschen repräsentativ sind? Oder interessieren euch solche Durchschnittsberechnungen grundsätzlich nicht?

10 Kommentare

  • Ich finde sowas immer ziemlich interessant.
    Ich achte übrigens eindeutig mehr auf Qualität als auf den Preis (und das als Studentin). Für die meistens Lebensmittel könnte ich noch nicht mal sagen, wie viel man da durchschnittlich für zahlt…
    In Köln gibt es übrigens einen Lieferservice, bei dem man online einen Einkaufszettel erstellt und die Lebensmittel dann vom Supermarkt geliefert bekommt. Vielleicht gibt es das ja bald auch in deiner Nähe. 🙂

    Liebe Grüße,

    Hanna

    • So ein Lieferservice klingt traumhaft 😀 Aber hier im Norden dauert es zu solchen Errungenschaften immer sehr lange. Nicht dicht genug besiedelt hier oben 😉

  • Oh je, ich finde mich ja meist nie in irgendeiner Statistik. Aber in der schon gleich gar nicht. Wir liegen definitiv über dem angegebenen Durchschnitt, den man für Lebensmittel einkauft. Ich frage mich, wie man mit 285,42€ im Monat klar kommt. Weder als Einzelperson, noch zu zweit, schon gar nicht als Familie kann ich mir das vorstellen. Wir brauchen täglich ein Brot vom Bäcker, macht schon rund 90 Euro im Monat. Täglich Obst und Gemüse – das sind ebenfalls geschätzte 100 – 120 Euro. Dann sind noch keine Grundnahrungsmittel wie Mehl, Zucker usw. dabei. Von Kochzutaten ganz zu schweigen. Alleine für Getränke, überwiegend Wasser, kommen weitere 100 Euro dazu. Kaffee, Backzutaten, Fleisch, Wurst Käse fehlen noch. Da frage ich mich, wie das für viel weniger Geld funktionieren soll? Gruß, Steffi

    • Es ist halt ein Durchschnitt und leider ist nicht angegeben, wie genau sich der Durchschnitt zusammensetzt. Wenn es viele Singles sind die nur beim Discounter kaufen und selten oder gar nicht wirklich frisch, dann ist die Summe fast schon ein bisschen hoch. Als Studentin, alleinlebend und nur billig einkaufend, habe ich am Anfang auch nie mehr als 100 Euro im Monat für Lebensmittel und Getränke ausgegeben. Diese Art der Ernährung war weder gesund noch irgendwie moralisch vertretbar, aber es geht. Man kann sehr billig leben, wenn einem Qualität und Herkunft der Lebensmittel egal sind.

  • Mein erster Gedanke beim Blick auf die Karte war auch: Klar: Niederegger halt.
    Ich war auch erst ein einziges Mal in Lübeck OHNE Marzipan mitgenommen zu haben. Ich denke, dass geht vielen so. Beziehen sich die Werte auf die Waren, die nur bei Penny gekauft wurden? Das würde mich dann doch wundern… sehr sogar.

  • Ich bin zwar aus der Schweiz und kann daher mit den absoluten Geldbeträgen nicht viel anfangen – aber ich würde den Schnitt bei den Anzahl Einkäufen richtig weit nach oben drücken. Am Mittag kaufe ich immer ein und meistens am Abend nochmals – grosse Einkäufe sind mir meistens zu schwer, um sie nach Hause zu tragen und es macht mir richtig Spass, im Laden zu sein 🙂
    Deine Einstellung zu „lieber mehr ausgeben und dafür etwas gutes und gesundes haben“ teile ich zu 100%.
    Liebe Grüsse
    Ariana

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