Rezension

John Grisham – Das Original

John Grisham Das Original

Letzte Überarbeitung am 26. November 2017

[Rezensionsexemplar] Autor: John Grisham

erschienen: August 2017

gelesen von Charles Brauer

2 mp3-CDs, ca. 10 Stunden 4 Minuten Laufzeit (gekürzte Lesung)

Preis: 12,99€*

Random House Audio

Buchrücken

In einer spektakulären Aktion werden die handgeschriebenen Manuskripte von F. Scott Fitzgerald aus der Bibliothek der Universität Princeton gestohlen. Eine Beute von unschätzbarem Wert. Das FBI übernimmt die Ermittlungen, und binnen weniger Tage kommt es zu ersten Festnahmen. Ein Täter aber bleibt wie vom Erdboden verschluckt und mit ihm die wertvollen Schriften. Doch endlich gibt es eine heiße Spur. Sie führt nach Florida, in die Buchhandlung von Bruce Kable, der seine Hände allerdings in Unschuld wäscht. Und so heuert das Ermittlungsteam eine junge Autorin an, die sich gegen eine großzügige Vergütung in das Leben des Buchhändlers einschleichen soll. Doch die Ermittler haben die Rechnung ohne Bruce Kable gemacht, der überaus findig sein ganz eigenes Spiel mit ihnen treibt.

Meine Meinung

Mein erster Grisham. Und ich wurde positiv überrascht. Ehrlich gesagt dachte ich bisher, wenn ein Autor Bücher wie am Fließband produziert, dann können die ja nicht sooo toll sein. Immer eher oberflächlich und nie in so richtig in die Tiefe gehend.

Aber: Ich habe mich geirrt. Tiefgang fehlt hier nicht.

Insgesamt gibt es drei Erzähl-/Handlungsstränge, die am Ende zusammen geführt werden. Zu erst den Raub aus der Sicht der Täter und später dann die Lösung des Falls aus der Sicht von Mercer Mann (eine Autorin, die als „Undercover-Agent“ eingesetzt wird), sowie die Sicht von Bruce Kable auf sein Leben.

Ich persönlich finde es ja super, wenn eine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Es verwirrt mich kein bisschen, es macht es für mich nur interessanter. Daher gibt es dafür schon mal Pluspunkte.

Als positiv empfand ich auch die Charakterbeschreibungen. Es sind echte Menschen, mit Stärken und Schwächen. Äußerliche Besonderheiten werden erwähnt, aber nur, wenn es auch in die Story passt. Jemand beschreibt jemanden, weil er die Situation beschreibt. Es fügt sich gut ein und ich hatte beim Hören ein klares Bild vor Augen.

Weiterer Pluspunkt: Die Idee. Ein tatsächlich spektakulärer Raub und seine Aufklärung sind immer eine gute Grundlage. Aber die Nebengeschichten, aka Lebensgeschichten der Charaktere, so geschickt in die Hauptstory einzuflechten, das schaffen nicht viele.

Minuspunkte gibt es nur für zwei Dinge: Klischees und das Ende.

Die junge, hübsche Autorin und der „verheiratete“ und „alte“ Buchhändler. Okay, Bruce Kable ist nicht wirklich alt, aber im Verhältnis zu Mercer Mann ist er schon deutlich älter. Man hätte das Buch auch schreiben können, ohne das die beiden im Bett landen. (Und nein, das ist kein Spoiler, denn es ist von der ersten Begegnung an einfach zu offensichtlich, was passieren wird…) Vom Klischee der promiskuitiven Franzosen fange ich jetzt lieber gar nicht an.

Und zum Ende hin fehlt der Knall. Die Spannungskurve wird im gesamten Buch sehr hoch gehalten um am Ende dann einfach abzufallen und auszulaufen. Ich gehe nicht so weit zu sagen, dass das Ende das Buch versaut, aber: Das Ende ist der Geschichte nicht würdig. Da wäre mehr drin gewesen, viel mehr.

"Das Original" von John Grisham weiß bis zum Ende zu überzeugen. Es ist spannend und unterhaltsam. Nur zum Schluss fehlen die Ideen für ein spektakuläres Ende.

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