Ernährung Gedanke

Die „richtige“ Ernährung

richtige Ernährung

Eigentlich wollte ich heute über etwas ganz anderes schreiben, aber als ich eben meinen Blogger Newsfeed öffnete passierte etwas sonderbares: Die Posts passten alle wunderbar zusammen und bezogen sich in meinen Augen aufeinander.
So sah das Ganze aus:

richtige Ernährung

Den Anfang machte Saskia. Sie schreibt in diesem Fall darüber, dass wir uns doch einfach mal die Zeit nehmen sollen um langfristig abzunehmen und nicht immer jeder erfolgsversprechenden Diät-Möglichkeit hinterherlaufen sollen.
Ganz meine Meinung.

Der nachfolgenden Posts dazu kam von EmKa, keine Abnehmbloggerin, aber in diesem Fall sehr passend. Sie verfasste ein Gedicht über eine Tänzerin, die nicht tanzen kann, wenn sie die „perfekte“ Figur hat. (Autobiographisch?) Außerdem postete sie dazu ein wunderbares Lied, das ich noch nicht kannte, was aber einfach passt. Bitte anhören, aber das Video nicht beachten. Das ist nicht relevant.

Die dritte im Bunde, von dem die vier bis eben nichts wussten ;), ist Lilily. Sie schreibt über Ziele und Gewohnheiten. Warum man scheitert, wie man es doch schaffen kann und was einem dabei helfen kann. Einfach gut geschrieben und bringt einem zum Nachdenken dadrüber, wie man selber es eigentlich anpackt (oder auch nicht).

Zum Schluss kommt der Post von Ianca, der den treffenden Titel „Reizüberflutung Ernährung“ trägt. Kurz gesagt: Sie ist ratlos und bittet um Hilfe.

Und genau diese Hilfe würde ich jetzt gerne geben.
Ich möchte aber vorweg betonen, dass ich jetzt nur meine eigene Meinung und Erfahrung als Quelle habe. Ich bin weder irgendwie fachspezifisch ausgebildet, noch könnte man mich in irgendeiner Weise als Expertin auf dem Gebiet Ernährung betiteln. (Nachtrag 2016: Das hat sich mittlerweile geändert, aber ich stimme meinem alten Ich immer noch zu.)

Meine Meinung zum Thema der „richtigen“ Ernährung

  1. Es gibt nicht DIE richtige Ernährung für alle Menschen. Aber es gibt für jeden Menschen die individuelle richtige Ernährung.
    1. Manche vertragen keine Lactose, andere bekommen von Kohlenhydraten allgemein einen Blähbauch und andere reagieren empfindlich auf Fructose. Jeder Körper ist anders und hat andere Bedürfnisse.
  2. Raffinierter Zucker hat keine Nährstoffe für den Menschen. Abgesehen von der leckeren Süße bringt er uns nichts und sollte deswegen weitestgehend gemieden werden.
    1. Damit verteufel ich nicht alles Süßes. Aber die Menge ist entscheidend. Mal ein Glas Cola schadet nicht, aber jeden Tag einen Liter schadet auf Dauer sicherlich.
    2. Zucker löst bei Ratten die gleichen Gehirnreaktionen wie Kokain aus. Nur mal so zum drüber nachdenken.
  3. Gesund ist nahezu identisch mit natürlich. E-Nummern, Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Aromastoffe, etc. pp. bringen dem Körper nichts. Sie dienen nur unser Bequemlichkeit und ermöglichen den Herstellern größere Gewinnspannen.
    1. Selber kochen ist hier das Stichwort. Und zwar ohne Fix-Produkte. Ich bin der festen Überzeugung, wer lesen kann, kann auch kochen. Man braucht Übung, ja. Und manche lernen es schneller als andere. Aber mit der richtigen Anleitung kann sich jeder tagtäglich was leckeres, frisches und gesundes zubereiten. Und das ganze ohne viel Zeitaufwand. (Wenig Zeit zum Kochen heißt für mich bis zu 20 Minuten aktive Küchenzeit. Garzeit kann manchmal etwas länger sein.)
  4. Jeglicher Verzicht rächt sich irgendwann.
    1. Verzicht auf Grund von Unverträglichkeiten, Allergien und Medikamenteneinnahme ist hier natürlich ausgenommen.
    2. Egal ob man sich verbietet nach 18 Uhr Kohlenhydrate zu essen, oder Veganer wird um abzunehmen (gegen Veganer/Vegetarier aus Überzeugung sage ich nichts, das muss jeder für sich selbst entscheiden, es geht mir hier um den Verzicht aus den „falschen“ Gründen), ob man eine Mahlzeit durch Almased ersetzt oder gleich so gut wie gar nichts mehr isst. Mit all solchen Verhaltensweisen schadet man dem Körper. Man setzt sich selbst unter Druck. Unter negativen Druck. Unter Stress. Denn wenn man dann doch mal nach 18 Uhr Kohlenhydrate isst hat man ein schlechtes Gewissen und wird unglücklich. Bestraft sich selbst oder sagt sich, dass es jetzt eh egal ist und schlägt richtig zu. Das ist weder gesund noch tagtäglich ein Leben lang durchzuziehen.
    3. Gesund für Körper und Geist ist es, wenn alles erlaubt ist. Aber alles in den richtigen Mengen. Nicht die ganze Tafel Schokolade jeden Tag, sondern ein Stück, wenn man es wirklich will. Nicht jeden Tag Fleisch, sondern auch mal Fisch oder vegetarisch. Gemüse und Obst, wie es einem schmeckt. Dann entwickelt man nach kleinen Sünden kein schlechtes Gewissen, sondern kann das leckere Stück Torte bei der Oma wirklich genießen. Und auch den fettigen Festtagsbraten mit der selbstgemachten Soße.
    4. Wenn euer Organismus mit wenig Kohlenhydraten super funktioniert, dann ist das toll. Wenn ihr aber viele Kohlenhydrate braucht um euch gut zu fühlen, dann auch. Jeder Körper verarbeitet alles ein bisschen anders als der andere. Versucht wieder zu lernen darauf zu hören, was er euch sagen will. Am Anfang kann es helfen die Zusammensetzung der Makronährstoffe (Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett) mittels eines Ernährungstagebuchs zu überprüfen. Gerade, wenn ihr schon lange nicht mehr nach Lust und Laune gegessen habt, sondern immer auf irgendeiner Diät wart, aber langfristig soll die optimale Regulierung eurem Körper überlassen werden.
  5. Es ist grundsätzlich egal, wann was gegessen wird. Aber es kann helfen sich besser zu fühlen, wenn man drauf achtet.
    1. Manche Menschen nehmen nur ab, wenn sie Abends wenig Kohlenhydrate essen. Andere wiederum brauchen die Kohlenhydrate Abends um nicht Nachts mit einer Heßhungerattacke aufzuwachen.
    2. Ein Frühstück wie es einem gut tut. Manche haben mehr Energie mit einem eiweißreichem Frühstsück, andere brauchen ihr Schwarzbrot um voll durchzustarten. Jeder Mensch ist anders! Probiert aus, was euch gut tut.
    3. Manche brauchen Mittags was deftiges um über den Tag zu kommen, anderen reicht ein Apfel.
    4. Was wann richtig ist zu essen, entscheidet die Lebenssituation und der eigene Organismus. Es gibt hierbei kein richtig oder falsch, sondern nur die eigene Wohlfühlstrategie. Wichtig ist das ausgewogene Verhältnis und die ausreichende Versorgung mit allen notwendigen Nährstoffen.
  6. Trinken ist wichtig. Die richtige Menge, ist aber auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Je nach Alter, Geschlecht, Aktivitätsgrad … Eine Empfehlung sind 0,04l pro kg Körpergewicht am Tag. Testet, womit ihr euch am wohlsten und vitalsten fühlt.
    1. Aber Achtung, man kann auch zu viel trinken. Und vor allem das falsche. Wasser und ungesüßter Tee sind toll um alle Zellen ausreichend zu wässern. Aber gegen einen leckeren Kaffee oder frischen Fruchtsaft spricht natürlich auch nichts.

13 Kommentare

  • Ich war erst voll verwirrt und dachte die haben sich irgendwie abgesprochen, weil das so perfekt zusammen gepasst hat ^^ Dein Post ist aber auch richtig gut und du hast so Recht mit dem was du sagst. Man sollte einfach auf seinen Körper hören und ihm das geben, was er braucht. Und wenn es die Schokolade -natürlich in Maßen- ist.

  • Oh wow. Mir fehlen die Worte. Lieben Dank das du so was tolles über mich geschrieben hast 🙂
    Ich finde deine Zusammenfassung sehr gelungen. Allen Punkten stimme ich komplett zu und genau das was du oben beschreibst versuche ich aktuell Umzusetzen, was wirklich meist leichter klingt als es dann doch ist.
    Am wichtigsten ist wie du auch schön hervorhebst, dass jede von uns ihren eigenen Weg gehen muss. Jeder Mensch ist anders und hat unterschiedliche Bedürfnisse, gerade deswegen sind Universaldiäten totaler Quatsch weil sie auf die Breite Masse und insbesondere Profit zugeschnitten sind und nicht jeden Einzelnen beachten.

    Es freut mich das so viele mein Thema aufgegriffen haben und ich einen kleinen Denkanstoß an alle geben konnte 🙂

  • Saskias Post hat mich dazu motiviert den meinen fertig zu tippen 😉
    Ich stimme deiner Meinung eigentlich voll und ganz zu, auch wenn ich mich selbst leider nicht an alle guten Tipps halte 😉

    • Wissen und Umsetzen sind ja leider auch zwei verschiedene paar Schuhe. Ich habe ja selber so meine Probleme (grade mit dem Zucker), obwohl ich vollkommen davon überzeugt bin, was ich geschrieben habe.

      Dann danke fürs fertig Tippen, ohne dich wäre mein Post nicht so gut geworden 😉

  • Klingt alles einleuchtend und vernünftig. Eigentlich weiss man’s ja selbst, aber es hilft, das alles so zusammengefasst zu bekommen und es sich wieder einmal ins Gedächtnis zu rufen.

  • E-Nummern haben nichts damit zu tun, dass die Stoffe künstlich sind. ^^ Das Algenextrakt Agar-Agar hat z.B. auch eine E-Nummer. 🙂 Da ist nichts Künstliches dran, das ist einfach nur ein Extrakt aus Algen ohne Zusätze. 🙂 Nur als Beispiel.

    Man muss aufpassen, dass man sich auch umgekehrt nichts einreden lässt. Aber das ist verdammt schwierig manchmal, weil man nicht immer weiß, was richtig ist und dann schnell auf irgend etwas herein fällt.

    Ich fide es gut, dass du dir über deine Ernährung gedanken machst – über GESUNDE Ernährng. 🙂 Ein Rezept, das bei allen funktioniert, gibt es auch meiner Meinung nicht, da stimme ich dir absolut zu! Und auch bei vielen anderen Punkten, die du hier aufgezählt hast. 🙂

    • Naja, die meisten E-Nummern sind doch aber künstlich. Oder irre ich mich so sehr? Auf jeden Fall sind es Zusätze. Und damit wollte ich auch nur darauf aufmerksam machen, dass in den meisten Produkten halt irgendwas drin ist, was man gar nicht genau kennt.

  • Hach ja…wenn Wissen und Umsetzung nicht zwei paar Schuhe wären… Ich muss dir in allen Punkten Recht geben und doch verhalte ich mich in vielen Punkten krass gegensätzlich -.-

  • Mit wenigen Worten auf den Punkt gebracht 🙂 Besonders der Punkt mit dem „alles erlauben, aber in richtigen Mengen“ ist wohl das schwierigste an der Sache denke ich… viele würden ja gar nicht erst mit dem Komplettverzicht anfangen wenn sie es schaffen würden es bei kleinen Mengen zu belassen nachdem sie erstmal angefangen haben… so einfach und doch so schwer.

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