Rezension

Marc Elsberg – Zero

Marc Elsberg Zero

Letzte Überarbeitung am 17. August 2016

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Autor: Marc Elsberg

Titel: Zero. Sie wissen, was du tust*

Verlag: blanvalet

erschienen: Mai 2014

Preis: 19,99€ (gebunden, mit Schutzumschlag)

Seiten: 480

Leseprobe

Buchrücken

London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones gibt es kein Entkommen …

Keine grundlegend neue Idee. Kein Thema, dass es nicht schon so oder anders schon mehrmals gibt. Aber trotzdem absolut lesenswert!
Von der ersten bis zur letzten Seite fesselt einen Marc Elsberg hier mit einer wunderbaren „was wäre wenn“-Geschichte. So realistisch, dass ich die ganze Zeit am überlegen war, wie ich handeln würde, wenn ich in der Situation wäre. Und trotzdem noch soweit fiktiv, dass es einem nicht tierisch Angst macht und man nicht weiterlesen kann.
Wenn ich es nicht überlesen habe, wird an keiner Stelle genannt, in welchem Jahr genau das Buch spielt. Aber ich persönlich kann mir sehr gut vorstellen, dass es 2018 – 2020 handelt. Die beschriebenen Technologien stecken heute schon in den Kinderschuhen und nichts von dem Beschriebenen ist unvorstellbar. Jede Technologie ist nur eine Weiterentwicklung von heute schon verwendeten Dingen.
Das Unternehmen Freemee sammelt Daten. Das Besondere? Die Nutzer stellen diese Daten selbst zur Verfügung. Denn sie bekommen Geld für ihre Daten. Umso mehr Daten man dem Unternehmen liefert, desto größer ist der Wert der Daten. Deswegen werden Smartwatches angelegt und jeder Schritt mit dem Smartphone protokolliert. Die Nutzer fühlen sich „empowered“. Frei nach dem Motto: „Mein Daten sammeln die Unternehmen sowieso. Warum sie also nicht selbst sammeln und noch damit verdienen?“
Eine Entwicklung, die auch heute schon angestrebt wird von vielen. Aber auch eine Entwicklung, die gefährlich sein kann. Die Menschen dazu verleiten kann diese Daten zu missbrauchen. Sich als Gott aufzuspielen. Zu bestimmen, was gut und was falsch ist. Wie man Leben soll.
Um nichts anderes geht es in diesem Buch eigentlich.
Was kann passieren, wenn die Menschen weiterhin ihre Daten bereitwillig im Netz verbreiten? Wer nichts zu verbergen hat, muss sich auch nicht verstecken?
Oder: Wer nicht ein bisschen verbirgt, ist ziemlich dumm und faul?
Fragen, die auch heute schon relevant sind. Aber selten ernsthaft durchdacht werden.
Oder einfach falsch eingeschätzt.
Was für den einen privat ist, ist es für den anderen vielleicht nicht.
Was für den einen zu weit geht, geht dem anderen vielleicht noch nicht weit genug.
Persönliche Grenzen. Die theoretisch jeder für sich zieht. Die aber grundlegend von unserer Gesellschaft und den Kreisen in denen wir uns bewegen geformt werden.
Aber bevor ich jetzt ins philosophische abrutsche muss ich das Buch noch ein bisschen weiter loben.
Diese doch ernsthaften Fragen sind wunderbar in einen Unterhaltungsroman verpackt. Die Charaktere sind vielseitig und glaubwürdig. Wir alle kennen Menschen, die so oder so ähnlich sind und handeln. Ich denke jeder findet in diesem Buch mindestens eine Person, mit der er sich identifizieren kann.
Es ist so spannend, dass man weiterlesen möchte. Aber nicht sooo aufregend, dass man das Buch nicht in einem Rutsch durchlesen möchte.
Ich möchte nicht zu viel verraten, denn ich möchte euch allen sagen: „Lest dieses Buch!“
Es lohnt sich. Es macht Spaß. Es fesselt einen.
Mein herzliches Dankeschön geht an Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung ist davon nicht beeinflusst. Ich wäre genauso begeistert, wenn ich es mir gekauft hätte. Das kann ich euch versichern.

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