Rezension

Daniel Oliver Bachmann – Freiheit für Anfängerinnen

freiheit für Anfängerinnen

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Titel: Freiheit für Anfängerinnen
Autor: Daniel Oliver Bachmann

Verlag: dotbooks
Preis: 4,99*

Seiten: ca. 173 (EBook)

Inhalt

Man sagt es nicht gerne, aber Theo war ein Schwein. Nicht nur, dass er den 50. Geburtstag seiner Ehefrau durch einen plötzlichen Herzinfarkt ruiniert hat – kaum ist er unter der Erde, stehen die Schuldner bei Martha Schlange. Wofür brauchte der auf den ersten Blick so biedere Weinhändler all die Kredite? Wie sich herausstellt, hat Theo seine Ausflüge nach Italien nicht nur genutzt, um edle Tropfen einzukaufen, sondern auch, um diverse Geliebte zu beglücken. 35, um genau zu sein. Und Kinder haben die meisten auch. Das wäre nun der passende Moment für einen kleinen Nervenzusammenbruch –aber Martha beschließt: so nicht! Kurzentschlossen macht sie sich auf den Weg, um jenseits der Alpen nach dem Rechten zu sehen. Doch das hat ungeahnte Folgen…

Theo: 35 Geliebte. Ein Herzinfarkt während des Essens im Restaurant. Am 50. Geburtstag seiner Frau.

Dieses Buch beginnt mit einem Knall und endet mit einem Knall.

Und trotzdem ist es nicht aufregend. Es ist nicht atemberaubend. Und es ist auch nicht besonders ereignisreich. Was nicht heißt, das nicht viel passiert. Nur irgendwie alles völlig übertrieben und so überspitzt, dass es schon nicht mehr spannend, sondern nervend ist. Und das Martha keinen Nervenzusammenbruch hat, das nehme ich ihr auch nicht ab. Denn es wirkt auf mich schon sehr zusammengebrochen, wenn man ohne festen Plan mit einer Freundin, die man vor 10 Jahren das letzte Mal gesehen hat alle Geliebte des toten Mannes besuchen fährt um ihnen zu sagen, dass Theo tot ist. Es weist auch auf einen Nervenzusammenbruch hin, wenn man voll angezogen in einen See steigt. Aber zum Glück ist die besagte Freundin Bademeisterin.

Die Bademeisterin ist übrigens eindeutig nicht ganz richtig im Kopf. Aber das ist in diesem Buch irgendwie niemand. Derjenige, der als geistig behindert beschrieben wird, erscheint mir noch am normalsten.

Der Rest hat Sex. Oder denkt an Sex. Oder denkt daran, wer wohl mit wem Sex hatte. Oder erinnert sich an Sex. Aber selten an Sex mit dem eigentlichen Partner.

Es wird betrogen, bzw. es wurde betrogen und jetzt wird dran gedacht. Außerdem wird in dem Buch gemordet (auch, wenn das nur am Rande Erwähnung findet) und gestohlen (wie, das wird gleich auch zwei Blickwinkeln ausführlich beschrieben).

Geredet wird wenig. Im Rückblick hat man das Gefühl, dass es nur 5-7 verschiedene Sätze waren, die im ganzen Buch gesprochen werden. Denn jede der Hauptpersonen hat seinen Satz. Diesen einen Satz, der immer wieder wiederholt wird. Wie bei den Simpsons Bart gewürgt wird oder bei Navy CIS Gibbs Abs ihren Riesenbecher Caf-Pow bringt, wiederholt hier jede Person oft ihren einen Satz. Dafür wird viel gedacht.

Eine Verfilmung wäre also ziemlich stumm. Dafür hat die Handlung „Sex und Pfeffer“. Wirklich überzeugt hat das Alles mich aber trotzdem nicht.

Zu aufgesetzt, zu überdreht. Zu wenig Tiefe.

Zurück bleibt ein Gefühl von „viel gewollt, wenig umgesetzt“.

Es ist nett zu lesen und es war keine verschwendete Zeit, aber ich hätte in der Zeit auch irgendeine Klatschzeitschrift lesen können. Davon hätte ich auch nicht mehr oder weniger gehabt.

Nur zu empfehlen, wenn ihr leichte Unterhaltung sucht, die man so nebenbei im Wartezimmer beim Arzt liest. Oder wenn man krank ist und nicht denken will.

Nicht zu empfehlen, für Alle, die in eine Geschichte eintauchen wollen und gerne irgendeine Bindung zu den Hauptcharakteren aufbauen. Das ist hier meiner Meinung nach nämlich nicht möglich.

Auch, wenn ich enttäuscht war, danke ich Blogg dein Buch und dotbooks für das Rezensionsexemplar. Man muss halt auch mal schlechtere Bücher lesen um die Guten wirklich würdigen zu können.

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