Unterwegs

Brodtener Steilufer – von Niendorf bis Travemünde

Brodtener Steilufer

Letztes Jahr im Juli war ich mit meine Mann und der Kamera am Brodtener Steilufer. Eigentlich und theoretisch wollte ich da schon über diesen kurzen Ausflug schreiben, aber irgendwie ist es dann doch in Vergessenheit geraten und fiel mir jetzt erst wieder ein, als ich im Fotoordner stöberte.

Aber das ist gar nicht so schlimm, denn das Steilufer bricht zwar im Jahr bis zu 1 Meter weiter ab, aber es ist noch genügend Land da, so, dass dieses Ausflugsziel sicherlich noch einige Jahre erhalten bleibt.

Ja, richtig gelesen, vom Steilufer bricht jedes Jahr (besonders jetzt im Winterhalbjahr durch Sturmfluten und Wetter allgemein) bis zu 1 Meter Land ab und „verschwindet“ in der Ostsee. Dieser Umstand macht den 4 km langen Küstenabschnitt zwischen Travemünde und Niendorf so interessant und spaßig. Während ein normaler Strandspaziergang am Ostseestrand, so schön und erholsam es dort auch sein mag, auch oft irgendwie langweilig ist, gibt es am Brodtener Steilufer immer was zu entdecken, zu klettern und zu gucken.

Wenn man sich vom oberen Rad- und Wanderweg entfernt und runter zum Wasser rutscht/klettert. Es gibt nämlich auf den ganzen 4 km nur eine! Treppe. Diese ist ca. 1 km von Niendorf entfernt. Aber, das ist ja unlustig, da so praktisch 😉 Wir starteten lieber mittendrin, an der Hermannshöhe.

Das erste Erlebnis war es, als wie die Parkplatzgebühren sahen: 1,20€ für eine Stunde parken… gut, dass man auch am Straßenrand stehen kann mit dem Auto, denn ansonsten wären wir wohl einfach wieder umgedreht.

Sandweg mit wunderschönem Ausblick ist meinem Mann ja zu langweilig:

So alt sind wie noch nicht. Schlimm genug, dass wir einen Sonntagsspaziergang machen.

Also suchten wir uns eine Stelle, an der wir einigermaßen sicher runter zum Wasser konnten. Das Wetter war schön, der Himmel war strahlend blau und wir hatten nichts weiter vor den Tag, deswegen machten wir uns weiter keine Gedanken um den Rückweg.

Natürlich war das ein Fehler. Wie sollte es auch anders sein. Denn während wir unten am Wasser lang gingen, über Felsbrocken und Bäume kletterten, mit der Kamera rumprobierten, uns über die Entdeckung eines „Möwenesstisches“ (den Abfall hatten sie liegen lassen) freuten und überlegten, welche Gebäude dort wohl zerbrochen rumlagen, zog langsam aber sicher eine ausgewachsene Schlechtwetterfront auf.

Nur, ein Weg nach oben war nicht zu finden. Wir waren nicht die einzigen, denen es so ging und es war schon amüsant zu beobachten, wie viele halb nach oben kletterten und dann weder weiter hoch noch einfach so wieder runter kamen. Glücklicherweise blieb es warm und wir freundeten uns langsam mit dem Gedanken an so richtig nass zu werden. So ein Sommergewitter kann doch auch sehr erfrischend sein. Redeten wir uns zumindest ein.

Dann endlich entdeckten wir aber doch noch eine Stelle, an der wir den Aufstieg wagen wollten. Es klappte sogar gleich beim ersten Versuch. Am oberen Weg angelangt legten wir dann aber doch einen Zahn zu, damit wir noch trocken zum Auto kamen. Auf einmal hatten wir dann doch keine Lust mehr auf ein Sommergewitter, die Rettung war zu nah.

Was soll ich sagen, Timing ist alles. Ungelogen, in dem Moment, als wie die Türen zumachten fielen die ersten Tropfen und es schüttete für fünf Minuten wie aus Eimern. Danach war alles wieder gut und die Sonne strahlte vom Himmel, aber wir wären tatsächlich bis auf die Knochen nass gewesen, wenn wir nicht rechtzeitig wieder nach oben gekommen wären.


Jedem, der hier in der Nähe wohnt oder Urlaub macht kann ich einen Ausflug zum Brodtener Steilufer nur empfehlen. Wenn man den sicheren Sandweg verlässt, sollte man nur vorher den Wetterbericht checken und daran denken, dass es sein kann, dass man länger als man glaubt keinen geeigneten Aufstieg findet. Mehr Infos, Bilder und eine Karte findet man auf brodtener-ufer.de.

Bist du auch schon mal in letzter Minute ins Trockene gekommen oder irgendwo nicht wieder hoch?

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