Rezension

Annette Mingels – Was alles war

Annette Mingels - Was alles war

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[Rezensionsexemplar] Autorin: Annette Mingels

erschienen: März 2017

gelesen von Ulrike C. Tscharre

7 CDs, ca. 7 Stunden 37 Minuten (vollständige Lesung)

Preis: 14,60€*

der Hörverlag

Buchrücken

Dass sie adoptiert wurde, weiß Susa seit ihrer Kindheit. Es hat sie nie gestört, schließlich haben sich ihre Eltern ganz bewusst für sie entschieden, sie stets umsorgt und geliebt. Deshalb lässt sie die erste Begegnung mit ihrer leiblichen Mutter auch eher kalt. Doch das Treffen setzt etwas anderes in Bewegung: Plötzlich sehnt sich Susa danach, ihre Brüder und ihren biologischen Vater kennenzulernen. Verrät sie damit ihre Adoptiveltern? Die Frage, was Familie wirklich ausmacht, wird immer drängender.

Meine Meinung

Es ist schade um die tolle Idee. Der Funke sprang für mich leider nicht über.

Vielleicht ist ein Hörbuch auch nur das falsche Format für diese Thematik, aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass die Tiefe fehlt. Als ob jemand Angst hat zu tauchen und daher nur an der Oberfläche paddelt. Die Füße ja nicht zu weit runter hängen lassen, denn wer weiß, was im Wasser auf einen lauert.

Vielleicht Gefühle, Gedanken oder gar eine komplette Handlung?

Susa kam mir sehr wirr vor und das übertrug sich auf die ganze Handlung. Mir fehlte der rote Faden. Klar, die Beschreibung (siehe oben) stimmt von den Fakten her schon, aber die eigentliche Frage, was Familie ausmacht, die geht völlig unter. Stattdessen erzählt uns eine Frau, die chronisch unzufrieden ist mit allem, von ihrem Leben. Davon, das sie adoptiert wurde und sich jetzt selbst um zwei Mädchen kümmert, die nicht ihre sind. Davon, dass sie ihre biologische Mutter kennen lernt, die sie nicht mag. Und ihre Halbbrüder, von denen sie einen zu sehr mag. Und davon, wie sie dann ihren Vater sucht. Aber erst, nachdem ihr Leben fast in Trümmern liegt, da sie mit ihrer ständigen Unzufriedenheit kurz davor ist alles kaputt zu machen, was es gutes in ihrem Leben gibt.

Okay, vielleicht ist mir der Hauptcharakter auch einfach so unsympathisch, dass ich das auf das gesamte Buch übertrage. Ich will es nicht ausschließen.

Aber nachdem ich die letzte CD gehört hatte, hatte ich halt die letzte CD gehört. Es klang nichts nach, es gab nichts, was mich noch beschäftigte oder in mir nachhallte. Nur, bei diesem Thema und der Beschreibung, da habe ich das erwartet. Es muss ja keine philosophische Abhandlung sein, aber ein bisschen Lebensweisheit, ein paar Erkenntnisse, verpackt in eine unterhaltsame Geschichte, das wäre schon schön gewesen.

Irgendetwas, das es wert ist, sich hinterher noch daran zu erinnern.

So kann ich nicht mal wirklich was zum Inhalt sagen, da ich mich nicht an einzelne Details erinnern kann. Ich habe nur ein dumpfes Gefühl der Unzufriedenheit in mir, wenn ich an den Inhalt denke.

Es kann viele Gründe geben, warum dieses Hörbuch mich nicht überzeugt hat. Es muss nicht daran liegen, dass es generell schlecht ist. Schließlich findet man unzählige sehr positive Rezensionen. Vielleicht war es einfach der falsche Zeitpunkt, die falsche Stimmung oder sonst etwas… aber ich kann nur sagen: Mich hat es nicht überzeugt. Es war auch keine Zeitverschwendung, ich kam nicht in Versuchung es abzubrechen, aber wie gesagt: Gehört und vergessen.

"Was alles war" von Annette Mingels ist ein nettes Buch, aber mehr leider auch nicht. Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt, es hinterlässt keine weiteren Spuren.

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