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Alten Beiträgen zu neuer Aufmerksamkeit verhelfen – mit CoSchedule & Excel

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Es gibt etwas beim Bloggen, was ich sehr schade finde: Alte Beiträge verschwinden oft auf nimmer wiedersehen in der Versenkung. Und als alt gilt, was länger als zwei Monate her ist. Neue Leser bekommen so oft gar nicht mit, was für tolle Texte es gab, bevor sie das erste Mal auf den Blog stießen.

Dabei stecken BloggerInnen in die allermeisten Artikel viel Herzblut und Mühe und wenn man sich die Arbeit macht und sich auf einem neu entdeckten Blog durch das Archiv fühlt, findet man so einige Glanzstücke, die noch genau so aktuell sind, wie am Tag des Erscheinens. Deswegen freue ich mich immer, wenn ich auf ältere Beiträge aufmerksam gemacht werde, die immer noch lesenswert sind.

Zusätzlich spricht das für die allgemeine Qualität des Blogs, wenn der Schreiberling auch nach ein, zwei, drei oder mehr Jahren voller Stolz öffentlich verkündet: „Guck mal hier, das habe ich geschrieben und ich freue mich, wenn du es liest!“

Doch wie ich mitbekommen habe, fragen sich viele, wie sie alte Artikel ohne viel Aufwand promoten können. Schließlich kann es viel Arbeit sein alle Artikel regelmäßig wieder hervorzukramen und auf allen genutzten Social-Media-Kanälen anzupreisen. Deswegen möchte ich hier einmal meinen Weg zeigen, wie ich dafür sorge, dass auch meine älteren Artikel noch gelesen werden (manchmal sogar mehr, als die neuen).

Schritt 1: CoSchedule

CoSchedule

Die Monatsübersicht bei CoSchedule mit eingeplanten alten Beiträgen

Am Ende des Monats setze ich mich einmal hin und plane mit/bei CoSchedule* das Teilen von alten Artikeln bei Facebook, Twitter und Google+ für den ganzen nächsten Monat. Je nachdem, wie viele Artikel ich einplane und bei wie vielen meiner eigenen alten Beiträge ich mich dabei festlese oder durch sie auf Ideen für neue Artikel gebracht werde, brauche ich dafür 30 Minuten bis eine Stunde.

Dabei plane ich immer die Artikel, die in dem Monat erschienen sind. Am 15. April 2014 habe ich beispielsweise Tipps gegeben, wie man seinen Blog bekannter machen kann. Am 15. April 2017 teile ich diesen Beitrag wieder auf meinen Kanälen mit dem Hashtag #Archiv2014. So wird deutlich, dass es sich um einen alten Artikel handelt und trotzdem werden diese Beiträge nicht weniger geklickt als neue. Das Thema ist entscheidend, nicht, ob es ein neuer Beitrag ist.

Allerdings teile ich so nur zeitlose Beiträge. Artikel, die tatsächlich nur zum Zeitpunkt des Erscheinens interessant waren, oder bei denen ich weiß, dass ich sie überarbeiten muss, damit sie wieder aktuell sind, plane ich hier nicht mit ein.

Die Kalenderübersicht bei CoSchedule hat für mich dabei den Vorteil, dass ich schnell sehe, an welchen Tagen ich noch nie etwas veröffentlicht habe. So entscheide ich nämlich, wann der nächste Beitrag online geht, damit möglichst wenig Doppelungen an einem Tag passieren. Irgendwann möchte ich nämlich mal für jeden Tag des Jahres einen Beitrag haben. Aber das ist nur so eine ganz persönliche Spielerei.

Auch ohne das Ziel 366 Beiträge an 366 Tagen zu haben, ist die Kalenderübersicht praktisch, denn so weiß man auf einen Blick, an welchen Tagen man welchen Kanal noch bespielen muss und an welchen Tagen auf jeden Fall etwas online geht.

Ich teile jeden Beitrag einmal im Jahr auf meiner Facebook-Seite, bei Twitter und Google+Sicherlich könnte ich auch ein kürzeres Intervall wählen, aber für mich passt es so gut und ich mag es, dass jeder Beitrag an seinem Geburtstag noch einmal Aufmerksamkeit bekommt.

Schritt 2: Facebook-Gruppen und Excel

Facebook-Gruppen und Excel

Händisches Teilen der Beiträge in Facebook-Gruppen mit Hilfe von Excel

Leider erlaubt Facebook es nicht, dass man das in Gruppen posten plant. Wenn das gehen würde, würde dieser Schritt weg fallen und schon während Schritt 1 erledigt werden. So muss für die bessere Übersicht eine simple Exceltabelle herhalten und es ist etwas zeitaufwendiger. Dafür lohnt es sich aber auch.

Untereinander stehen alle Beiträge, die ich je geschrieben habe und daneben das Datum. Ein neuer Beitrag wird einfach dazwischen eingefügt. In der obersten Spalte habe ich alle Facebook-Gruppen notiert, in denen ich meine Artikel teile. Einmal alle Gruppen mit einem Beitrag zu versorgen dauert etwa 30 Minuten. Manchmal länger, manchmal kürzer. Je nachdem, wie ausführlich die Einleitungstexte werden und wie oft man sich zwischendurch ablenken lässt.

Ich teile direkt von meiner Facebook-Seite aus in die jeweiligen Gruppen. Das hat zwei Vorteile:

  1. Meine FB-Seite wird beim Teilen genannt und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass so auch Klicks auf ihr landen.
  2. Facebook zeigt die Reichweite unterm Post an und ich sehe so, welche Gruppe wie viele Impressionen gebracht hat.

Die Excel-Tabelle bietet mir den Überblick, welchen Beitrag ich schon in welcher Gruppe geteilt habe. Ein Tag ist dabei immer eine Farbe. Nach 10 Tagen entferne ich alle Farbmarkierungen und fange wieder von vorne an. Und nach einem Jahr entferne ich auch die Zahlen und starte neu.

Theoretisch poste ich jeden Tag in allen Gruppen. Praktisch nicht. Es fehlt oft die Zeit und/oder die Lust. Daher teile ich unregelmäßig, mal morgens, mal mittags und meist abends. Aber immer nur die Beiträge, von denen ich glaube, dass sie gut ankommen werden und in den Gruppen die verdiente Aufmerksamkeit bekommen.

Um das optimale Ergebnis zu bekommen, müsste man gleichmäßig über den Tag verteilt posten und in der einen Gruppe mal morgens, mal mittags und mal abends. Aber das ist mir ehrlich gesagt zu viel Aufwand.

Schritt 3: Pinterest, CoSchedule und Excel

Pinterest und Excel

Alle Pinterest-Boards, Gruppenboards und Blogbeiträge auf einen Blick

Auf Pinterest-Gruppenboards kann man mit CoSchedule* glücklicherweise pinnen. Trotzdem existiert bei mir eine Excel-Tabelle für Pinterest. Dort sind alle meine eigenen Boards und alle Gruppenboards, bei denen ich mitpinne, verzeichnet. Farblich markiert sind thematisch ähnliche Boards.

Pinterest ist bei mir ja noch im Aufbau, d.h. ich habe noch lange nicht für jeden Beitrag eine Pinterest-Grafik angelegt, trotzdem merke ich schon die Auswirkungen der Tatsache, dass Pinterest kein klassischer Social-Media-Kanal ist, sondern viel mehr eine grafische Suchmaschine. Wenn ein Pin erstmal vorhanden ist und vernünftig beschrieben, dann wird er auch gefunden und gepinnt. Und zwar auch noch lange, nachdem er das erste Mal zu Pinterest gelangt ist.

Daher sieht mein Vorgehen hier so aus: Immer, wenn ich einen Pin erstelle habe, plane ich ihn mit Hilfe von CoSchedule für alle Boards ein, auf die er passt. Der zeitliche Aufwand liegt bei etwa 3 Minuten. Dank Drag&Drop in der Kalenderansicht verteile ich einen Pin über mehrere Tage, so, dass er nach und nach auf alle relevanten Boards gepinnt wird. In Excel notiere ich, auf welche Boards, damit ich den Überblick habe und auch neu dazukommende Boards bespielen kann, ohne alles überall doppelt zu pinnen.

Glücklicherweise behandelt Pinterest die Pins, die über CoSchedule kommen auch als einen Pin und nicht als verschiedene. Wenn ich also eine Grafik für mehrere Tage und verschiedene Boards plane, dann erkennt Pinterest die auch als eine Grafik und der „Merken-Zähler“ steigt, wenn das nächste Board bespielt wird. Ich habe also nicht fünfmal das gleiche Bild als Ausgangsbasis in verschiedenen Boards, sondern eine Grafik als Ausgangsbasis, die in fünf verschiedene Boards weitergepinnt wurde. Ganz so, als ob man es direkt bei Pinterest weiterpinnen würde. Die restliche Arbeit des Verteilens übernehmen die Mitglieder der Gruppenboards und die Pinterest-Suchfunktion für mich.

Schritt 4: interne Verlinkungen

Was ich außerdem mache, außer durch Social Media Aufmerksamkeit für alte Artikel zu generieren: Ich verlinke alte Artikel in neuen Beiträgen. Hier im Text zum Beispiel. Aber auch bei jedem anderen den ich schreibe, überlege ich, welche alten Artikel gut dazu passen und zum Weiterlesen interessant sein könnten.

Unter jedem Beitrag findet sich zusätzlich eine Empfehlung für andere Artikel auf diesem Blog.

Eine weitere schöne Möglichkeit ist es, einen Throwback Thursday zu veranstalten, wie es Anne neuerdings macht.

Und das war es auch schon. Abgesehen vom Teilen in den Facebook-Gruppen ist nichts zeitaufwendiges dabei, wenn man alten Beiträgen zu ein bisschen frischer Aufmerksamkeit verhelfen will.

Mit alten Beiträgen zu neuer Reichweite gelangen

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Verbreitest du ältere Artikel von dir? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht?

5 Kommentare

    • Moin,
      gerne, hab da kein Patent drauf angemeldet 😉

      Durch Excel. Bei FB selbst habe ich alle Gruppen „stumm“ geschaltet und sehe nur rein, wenn ich zeit habe. Es werden zwar trotzdem noch viele Beiträge im Feed angezeigt, aber nicht so viele, wie wenn sie richtig abonniert sind. Und wenn ich zeit habe, klicke ich alle einmal durch und suche mir neuen Lesestoff oder beantworte Fragen.

      LG Lexa

  • Ich finde das sehr spammy und du machst dich mit diesem Gruppenspamming auch nicht sehr beliebt.

    Kommentierst du viel in den Gruppen bei anderen, die dort ihre Beiträge teilen? Klickst du auf die Links? Nicht?! Das tun die anderen nämlich auch eher nicht.

    • Hallo Freddy,

      deine Meinung ist deine Meinung, meine Erfahrungen sind anders. Negative FB-Reaktionen auf meine geteilten Posts gab es bisher nicht. Weder werden sie verborgen, noch ich blockiert oder bei den Moderatoren gemeldet. Alles Aktionen, die passieren würden, wenn ich damit unangenehm auffallen würde.

      Außerdem spamme ich nicht. Zumindest meiner Definition nach nicht. Ich teile höchstens einmal am Tag einen Beitrag (immer einen anderen, keinen zweimal) in einer Gruppe. Ich halte mich dabei an die Gruppenregeln und verfasse für jeden Beitrag eine individuelle Einleitung.
      Wenn das Teilen in der Gruppe nicht erwünscht ist, dann mache ich es auch nicht.
      Außerdem scrolle ich mich regelmäßig durch die Gruppen, hinterlasse Likes, wenn mich der Titel anspricht und klicke dann auf den Beitrag. Wenn er hält, was er verspricht, hinterlasse ich auf dem Blog einen Kommentar. Nicht bei FB, das stimmt, aber ich kommentiere lieber auf den Blogs direkt.
      Und andere tun es auch, zumindest bekomme ich jedes Mal Zugriffe von FB auf die geteilten Beiträge und sehe so sehr gut, welcher Beitrag gut ankommt und welcher eher nicht. Ganz ohne, dass bei FB selbst eine sichtbare Aktion stattfindet.

      Du darfst also gerne deine Meinung haben, nur ist sie in diesem Fall wohl wirklich nur deine Meinung und mehr nicht. Außer, du hast Gründe und magst die hier noch weiter ausführen.

      LG Lexa

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