Leben

Als Kind sah mein Lebensentwurf so aus …

Lebensentwurf als Kind

Als ich das neue Thema für #3ofaKind bei Sas las, wusste ich sofort, dass ich diesen Monat teilnehmen werde. Sie möchte nämlich von uns wissen, wie wir uns unser Leben als Kind vorgestellt haben. Und ich habe mir viel vorgestellt als Kind, denn ich war schon immer eine Denkerin, die auch einfach mal irgendwo rumsitzen kann, dabei die Wand anstarrt und in ihrem Kopf die verrücktesten Geschichten erlebt. Bücherwurm halt. So ist man nun mal, wenn man viel liest. Zumindest waren bisher alle Bücherwürmer so, die ich kennen lernen durfte.

Mein Lebensentwurf als Kind

Mit 25 Mutter

Lebensentwurf mit 25 Mutter

Ja, so war früher mein Plan. Wenn ich an die Zukunft dachte, dann war 25 noch ewig hin. Ganz weit ewig weg. Und bis dahin würde ich auf jeden Fall Mutter sein. Es war/ist nicht so, dass es mein sehnlichster Wunsch war/ist Mutter zu sein, aber es war für mich irgendwie selbstverständlich, dass es so kommen würde. Fast, als hätte ich gar keine Wahl.

Denn, wenn nicht mit 25, wann dann? Hinterher ist man doch schon viel zu alt, um noch Kinder zu bekommen. Also entweder ist man mit 25 schon Mama, oder man wird es nie.

Wenn ich mich selbst vor 15 Jahren also noch mal treffen könnte, würde ich mir schon erzählen, dass das völliger Quatsch ist. Aber damals war ich halt der festen Überzeugung, dass es nach 25 nur noch Berg ab geht. Ab da ist man endgültig alt und erwachsen und muss das Leben fertig gelebt haben.

Fun Fact: Ein Mann/DER Mann spielte dabei übrigens nie eine Rolle in meinen Gedanken. Es stand für mich nur fest, dass ich Mutter sein würde, aber an Hochzeit oder einen Traumprinzen habe ich dabei nie gedacht.

Ein Traumhaus

Lebensentwurf Traumhaus

Ich erzählte letztens ja schon, dass ich schon sehr lange Grundrisse entwerfe. Auch für mein zukünftiges Haus. Das ich natürlich haben würde, bevor ich Mutter werde, also spätestens mit 23/24 … wie unrealistisch ich war …

Dieses Haus wäre aber nicht einfach nur ein Haus, nein, es gleicht eher einer Villa. Mit Privatbibliothek, Pool im Keller, einer großen offenen Küche, Kamin und einem traumhaften Garten. Inklusive Personal, dass sich um das Anwesen kümmert, denn das mir Hausarbeit nicht wirklich Spaß macht, das wusste ich dann doch schon. Nur, dass sich ein normaler Mensch, solch ein Haus in diesem Alter, und die meisten wahrscheinlich nie, nicht leisten kann, dass habe ich damals nicht mit eingeplant.

Fun Fact: Meine grundsätzliche Vorstellung eines Traumhauses hat sich seit dem nicht viel verändert. Nur hier und da ein Detail. Allerdings plane ich neben dem Traumhaus mittlerweile auch immer eine realistische Alternative, die sich tatsächlich ohne einen Lottogewinn von 30 Millionen Euro umsetzen lässt.

Kind und Karriere? Kein Problem!

Lebensentwurf Karriere

Ich wusste nicht als was, aber ich wusste, dass ich erfolgreich sein würde. Anders wäre das Haus ja auch nicht zu bezahlen…

Klar, hatte auch ich mal die Phase, in der ich Tierärztin oder Lehrerin sein wollte, aber einen richtigen Traumberuf, der mal länger anhielt gab es nicht. Zumindest nicht, soweit ich mich erinnere. Meine Mutter scherzte immer, dass ich sicherlich mal in einer Bank arbeiten würde, denn als Kind war ich echt geizig. Taschengeld wurde grundsätzlich erstmal gespart und ich überlegte mir jede Ausgabe ganz genau.

Das es ein Problem sein könnte, die erfolgreiche Karriere und das Mutter sein zu verbinden, das kam mir als Kind nie in den Sinn. Für mich war klar: Ich würde beides haben. Wie genau, daran habe ich selbstverständlich nicht gedacht. Aber mit 25 wäre ich auf jeden Fall schon so weit die Karriereleiter hochgeklettert, in welchem Beruf auch immer, dass ich genug Geld hätte um mit meinem Kind in meinem Traumhaus zu leben.

Fun Fact: Zu der Bank-Karriere wird es wohl nicht mehr kommen, außer vielleicht indirekt als PR-Beraterin, aber wenn ich ganz ehrlich bin, glaube ich immer noch, dass ich mal erfolgreich sein werde, mit dem, was ich tue. Anders ist mein Traumhaus auch nicht zu bezahlen…

Wie ihr seht, war geplant, dass mein Leben mit 25 fertig und abgeschlossen ist. Nichts mehr zu erreichen. Da ich diese Vorstellungen als Kind immer im Kopf hatte, war die 25 eine magische Zahl für mich. Als ich 26 wurde und damit endgültig fest stand, dass ich keinen der drei Punkte mit 25 erfolgreich absolviert hatte, war ich kurz doch ein bisschen niedergeschlagen. Natürlich wusste ich schon das ganze Jahr vorher (und auch die Jahre davor), dass es sehr wahrscheinlich nichts werden würde, aber so ein kleiner Funken Hoffnung auf ein Wunder war wohl immer noch da. Kindliche Lebensentwürfe sitzen dann doch ganz schön tief. Das Gute daran ist, dass ich der 30 ganz entspannt entgegen sehe. Mein kindlicher Plan ist schon gescheitert, jetzt ist es egal, was ich bis 30 erreicht habe oder nicht. Vielleicht bin ich bis dahin Mutter, vielleicht auch nicht. Vielleicht lebe ich in meinem Traumhaus, vielleicht auch nicht. Vielleicht habe ich eine erfolgreiche Karriere, vielleicht auch nicht. Es ist nicht mehr so wichtig, denn das Zieldatum ist eh schon abgelaufen. Vielleicht wäre es anders, wenn mir etwas fehlen würde. Aber ich fühle mich in meinem Leben momentan so wohl, dass ich nur mit einem lachenden und ohne das weinende Auge auf diese Erinnerung zurückblicke.

Mein Lebensentwurf als Kind war klar: Mit 25 Jahren ist alles erreicht und fertig. Wie naiv man als Kind doch ist...

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Wie sah dein Lebensentwurf als Kind aus? Hast du dir die Zukunft ausgemalt? War sie auch so rosarot wie meine oder eher realistisch?

9 Kommentare

  • Wie gut, dass es mittlerweile normal ist, auch in einem späteren Alter noch Kinder zu kriegen. Ich glaube, das Durchschnittsalter liegt eher bei 30 als bei 25. Von daher bist du ja theoretisch noch gut in der Zeit 😉
    Ich wollte nie Kinder haben. Zumindest soweit ich mich zurück erinnern kann und tatsächlich ist das auch heute noch so. Ich wäre ja jetzt in genau dem richtigen Alter, aber ich kann meine biologische Uhr noch nicht hören :p

    Fun Fact: Irgendwie vergesse ich immer wieder, dass du jünger bist als ich. Du wirkst auf mich immer so erwachsen, dass du in meinem Kopf ein paar Jahre vor mir geboren bist 😉 Ich fiel da eben wieder einmal drüber, weil du geschrieben hast, dass du noch keine 30 bist.

    Liebe Grüße
    Sas

    • Oh ja, ich bin noch sehr gut in der Zeit. Ich darf noch einige Jahre Nicht-Mutter sein, bevor die biologische Uhr auch nur anspringt 😀

      So ist das, wenn man sich nicht persönlich kennt, sondern immer nur voneinander liest. Dann hat man ein Bild im Kopf, dass manchmal auch nicht stimmt. Und erwachsen wirken, fasse ich jetzt einfach mal als Kompliment auf 😉
      LG Lexa

  • Hallo Lexa, ein schöner Blog! Die Vorstellung, dass man mit 25 sehr alt ist, kenne ich auch noch. Ich bin Mitte 30 Mutter geworden und nun, mit 40, warte ich immer noch auf ein Haus mit Pool 😉 Aber wie Du sagst, die Prioritäten verschieben sich ja auch. Viele Grüße, Svenja

    • Moin Svenja,
      danke! 🙂
      Irgendwann werden wir es schon haben, das Haus mit Pool. Und wenn es im Altersheim ist.
      LG Lexa

  • Achja…als Kind hatte ich irgendwie zwei Vorstellung, die parallel zueinander existierten. In der einen habe ich alleine in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung gelebt, vielleicht mit 1 oder 2 Katzen und hatte ein bescheidenes, aber glückliches Dasein, einen einfachen Job und sowas alles.
    In der anderen Version hatte ich 2 oder 3 Kinder, einen Mann, ein riesiges Haus mit noch größerem Garten, jedes Zimmer in einem anderen Stil eingerichtet (Esszimmer -> Wikinger, Schlafzimmer -> ägyptisch, Küche -> shabby chic, den Rest habe ich mir noch nicht so genau ausgemalt). Das Haus sollte außerdem Geheimgänge haben und natürlich war auch Personal dort, denn auch ich wusste damals schon, dass ich so ein großes Haus mit riesigem Garten nicht in Schuss halten möchte 😀

    Ganz früher war mein Berufswunsch immer „Mathematikerin“. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich verstanden habe, dass das kein Beruf ist. Dann wollte ich Spiele programmieren – diese Idee hat in der elften Klasse zwar einen ziemlichen Dämpfer bekommen, nachdem ich in Informatik völlig planlos dasaß und das Fach dann nach einem halben Jahr auch wieder abgewählt habe, aber heute bin ich mir relativ sicher, dass das mehr an den didaktischen Fähigkeiten des Lehrers lag und weniger an meinem Unvermögen, da ich derzeit eine Ausbildung zur mathematisch-technischen Software-Entwicklerin mache und absolut zufrieden bin 😀 (und im Rahmen des dualen Studiums gleichzeitig einen Bachelor of Science in dem Fach Scientific Programing anstrebe)
    Also zumindest meinem (zweiten) Jobwunsch bin ich relativ nah gekommen, das mit dem Haus…naja, vielleicht entwickle ich ja irgendwann mal DIE eine App, die jeder haben will und werde damit reich 😀
    Wobei ich im Moment schon sagen würde, dass ich mit meiner ersten Vorstellung gar nicht so weit weg von der (derzeitigen) Realität war, ich lebe alleine, habe einen Job den ich mag und bin auch sonst mit dem ganzen Drumherum zufrieden, schaffe es, den Haushalt (einigermaßen…) zu schmeißen und fühle mich total erwachsen – meistens jedenfalls. 😉

    Liebe Grüße,
    Charly 🙂

    • Moin Charly,
      hmm, ich stell mir grad ein Wikinger-Esszimmer vor mit einem Geheimgang zur Indianer-Küche 😀 Coole Idee für ein Haus.
      Wenn du die App entwickelt hast und das Haus gebaut, musst du mich unbedingt mal einladen. Da bestehe ich ab sofort drauf.

      Schön, dass du mit Job und Drumherum zufrieden bist. Sowas lese ich immer gern. Da ist es doch gar nicht so schlimm, dass es nicht das geniale Haus geworden ist (bisher).
      LG Lexa

  • Hallo Lexa,
    Wow, du hattest als Kind ja sehr klare Vorstellungen. Meine waren doch eher etwas difus, aber eines war klar: Ich wollte auf gar keinen Fall Kinder haben! Und wo du gerade von der magischen Grenze 25 schreibst – mit 25 bekam ich mein erstes Kind. Es war sogar geplant! Ich musste den Mann überreden – über Monate! So kann’s kommen, wenn die Hormone durchdrehen. 🙂 Inzwischen habe ich noch sehr viel später ein zweites Kind bekommen und bin froh, dass ich die beiden habe.

    Damit habe ich meine „3 of a kind“ Runde beendet. Ich finde es sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich und doch recht ähnlich die Vorstellungen sind.

    Liebe Grüße und (hoffentlich) bis zur nächsten Runde von Sas‘ Aktion.
    Lora

    • Moin Lora,
      ui, da sind deine Hormone ja früh durchgedreht. Aber toll, dass es geklappt hat und witzig, dass du früher nie wolltest und dann relativ früh doch. 😀
      LG Lexa

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