Leben

Bride-Zilla war nicht zu finden. Ein Hochzeitsbericht.

hochzeit

Ups, wie die Zeit vergeht.

Jetzt ist die Hochzeit schon 2 Monate her und ich habe immer noch nicht erzählt. Ein paar Bilder bei Instagram, ja, aber sonst noch nichts. Das wird jetzt geändert 😉

Vorweg einmal: Es war toll! Es war ein wunderschöner und herrlich entspannter Tag.

Im Vorfeld blödelten wir beide rum, dass wir viel zu entspannt seien und am Tag der Hochzeit selbst bestimmt völlig durchdrehen würden. Aber nichts. Wir blieben entspannt. Und das, obwohl bei weitem nicht alles perfekt war oder so lief wie geplant.

Tagesstart: Aufhübschen

Morgens verabschiedete ich mich von meinem Freund, der sich noch einmal im Bett umdrehte, und fuhr zu meiner Mutter zum Aufhübschen. Meine fast Stiefschwester hatte sich bereit erklärt mir die Haare zu machen. Und sie machte es gut. Sehr gut. Nebenbei gab es eine Stulle und einen Kaffee. Der Fotograf traf ein und fing schon mal an Bilder zu machen. Meine Schwiegermutter und meine fast Stiefmutter standen dann auch auf einmal in der Tür. Ich zog das Kleid an und wartete darauf, was jetzt passieren würde. Irgendwas hatte die Familie geplant, aber was genau wusste ich nicht.

Die Überraschung war ein geschmücktes Auto, in dem dann mein Vater und Schwiegervater mit meinem Freund vorfuhren um mich abzuholen. Ein frisch geputztes Auto, das war wirklich eine Überraschung 😉

Stimmung: Ein bisschen aufgeregt aber sehr gut drauf.

Mittelteil: Standesamt und Fotos

Am Standesamt waren wir (natürlich!) viel zu früh. Also hieß es erstmal warten. Und warten. Aber das Wetter war gut (zumindest trocken) und es gab genug zu gucken. Schließlich kamen die anderen Brautpaare aus dem Standesamt und wenn man selbst nicht betroffen ist und nur aus der Ferne guckt, sind auch Hochzeitsspiele nett anzusehen.

Dann konnten wir endlich rein und mussten wieder warten. Dieses Mal von der Polizei unterbrochen. Ein Anwohner hatte sich beschwert, dass mein Opa vor seiner Einfahrt stand. Er war zwar der einzige, der das so sah, aber okay. Als das Auto dann umgeparkt war, konnten wir auch ins Trauzimmer.

Das Trauzimmer im Standesamt Lübeck ist wirklich wunderschön. Sehr elegant und einfach schön. Zum Glück. Ich glaube, in einem weniger prunkvollen Zimmer wäre ich mir in meinem weißen Kleid irgendwie deplatziert und overdressed vorgekommen. So passte ich aber voll ins Ambiente 🙂 Ein bisschen Gerede, zwei Unterschriften, und einen Kuss später war der offizielle Teil dann auch vorbei und wir waren verheiratet. Ein schönes Gefühl.

Hinterher gab es dann noch Gruppenfotos und einen Sekt/O-Saft für alle. Im Garten hinter dem Standesamt. Auch sehr schön. Habe ich schon gesagt, wie hübsch das Standesamt Lübeck ist?

So hübsch, wie Lübeck selbst. Das nutzen wir dann um mit dem Fotografen einen kleinen Spaziergang durch die Stadt zu machen. Also, die Kulisse ist klasse. An unseren Fotogesichtern müssen wir noch üben. Allerdings kamen wir aus dem Grinsen auch gar nicht raus, wenn ich mir die Fotos so ansehe.

Das Wetter hielt sich und der Nieselregen setzte erst ein, als wir fertig waren. Perfekt.

Stimmung: Fast ein bisschen gelangweilt vorher und dann einfach nur glücklich.

Pause

Tipp 1: Plane eine Pause ein! Es tut so gut, zwischendurch mal nicht mit der Hochzeit beschäftigt zu sein.

Wir hatten zwischen Standesamt und abendlicher Feier 7 Stunden zeit. Also mehr als genug Zeit, um nach den Fotos nach Hause zu fahren, Kleid und Anzug auszuziehen und mit guten Freunden ein bisschen aufm Sofa rumzuliegen. So gut!

Der offizielle Teil konnte so ganz in Ruhe sacken, wir konnten uns an die Ringe an unseren Fingern gewöhnen und sind dann ohne Hetze ins Hotel gefahren. Vor der Feier wurde sogar noch die Saunalandschaft genutzt. Besser geht’s doch schon gar nicht mehr, oder?

Schluss: Wir geben eine Party

Ich wurde vorher immer ein bisschen komisch angesehen, wenn ich unsere Hochzeit als Party bezeichnete, aber genau das war sie im Endeffekt. So gut wie alle wichtigen Freunde waren da (Schwund ist ja immer), die Familie war gut drauf und Essen und Getränke schmeckten.

Bei der Musik mussten wir zwischendurch ein bisschen nachhelfen, aber wenn man oft genug sagt, was man hören will und was nicht, bekommt man es auch.

Falls du auch mal zu unserem Eröffnungstanz tanzen willst. Hier, bitte:

Also wenn das kein erstklassiges Liebeslied ist, dann weiß ich auch nicht.

Es wurde also viel getanzt und gelacht und dann war irgendwie auch schon Mitternacht. Die Hochzeitstorte kam rein. Nur irgendwie stahlen ihr die Fischbrötchen die Show.

Tipp 2: Herzhaft geht immer. Gerade um Mitternacht nach einer feuchtfröhlichen Party. Und man glaubt gar nicht, wer alles Fischbrötchen mag.

Ende war, als Ende war. Irgendwann wollen auch die Servicekräfte mal schlafen gehen.

Stimmung: Ausgelassen und fröhlich.

Im Rückblick war der Tag perfekt. Weil unsere Hochzeit. An dem Tag selbst habe ich so einige Male gedacht: „AHHH! Nicht wirklich, oder?“. Aber immer nur kurz. Immer nur so kurz, dass es keinen Einfluss auf die Stimmung hatte. Bride-Zilla kam nicht zum Vorschein. 😉 Denn es kann nun mal nicht alles perfekt ablaufen. Geht nicht. Und wäre auch irgendwie langweilig. Worüber sollte man denn hinterher reden, wenn alles glatt läuft? 

Tipp 3: Ruhe bewahren! Perfekt gibt es sowieso nicht und an den meisten Pannen kann man nichts ändern. Da hilft nur Augen zu und durch da. Hinterher sind genau das die Momente, die die Hochzeit besonders und erinnerungswürdig machen.

Obwohl, ohne tolle Gäste die mitmachen ist jede Hochzeit unperfekt. Und wir hatten wirklich tolle Gäste. Gäste, die sich extra für uns noch einen Anzug gekauft haben. Gäste, die 800km weit gefahren sind. Gäste, die sich unglaublich viel Mühe mit den Geschenken gegeben haben. Also wahrscheinlich war das der Grund, warum der Tag im Endeffekt perfekt war: Alle die da waren, waren gerne da.


Und jetzt würde ich gerne andere Hochzeitsberichte lesen. Hast du auch schon einen geschrieben?

11 Kommentare

  • Ach wie schön 🙂 klingt nach einem total entspannten Hochzeitstag und so soll er ja auch sein, der schönste Tag im Leben!
    Das Standesamt sieht wirklich wahnsinnig schön aus. Ich habe in letzter Zeit auch nach Standesämtern/Trauzimmern geguckt (natürlich ohne Grund, nuuur sooo aus Interesse ;)), die waren alle so hässlich. Entweder total nach 90er Jahre Büro aussehend oder einfach übertrieben kitschig, aber nicht schön kitschig sondern total hässlich. So ein Standesamt wie bei euch hätte ich auch gerne!

    • Hallo Dany,
      ja, ich kann gut verstehen, dass die dir alle nicht gefielen. Wir haben hier in der Gegend auch wirklich hässliche und ich war mega froh, dass mein Wunschstandesamt das einzige war, das an unserem Wunschtag traut. 😀 Es sollte also so sein.

      Theoretisch könntest du ja auch in Lübeck heiraten. Erfordert nur viel mehr Logistik (und Geld zwecks Anreise), aber ist ja möglich 😉

      Liebe Grüße
      Lexa

  • Ohh, wie schön zu lesen! 🙂
    Und euch beiden nachträgliches alles Gute zur Hochzeit!
    Das Standesamt in Lübeck sieht ja wirklich traumhaft aus… und wenn du jetzt ja schreibst, dass auch der Rest der Stadt so sehenswert ist, dann mag ich da unbedingt mal hin.

    Ich habe damals auch über unsere Hochzeit gebloggt: https://vom-landleben.de/alltag/unsere-hochzeit/ (Wahnsinn, dass das jetzt nun schon über ein Jahr her ist… wie die Zeit verfliegt!)

    Liebe Grüße
    Anne

      • Hallo Anne,
        ein Besuch in Lübeck lohnt auf jeden Fall. Angeblich der schönste Weihnachtsmarkt Norddeutschlands, falls es noch dieses Jahr was werden soll. 😉 Aber ich denke, an Reisen wird erst wieder gedacht, wenn das Haus steht, ne?
        Und danke. Jetzt ist es schon fast ein halbes Jahr und immer noch schön. Scheint die richtige Entscheidung gewesen zu sein. 😀
        LG Lexa

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